au zum KSC

Leinefahrt von Gronau zum KSC

(Diesmal ohne Bilder, mangels camera obscura)

Am Sonntag, den 24.6. fand sich ein kampferprobtes Häuflein KSC'ler bei strahlendem Sonnenschein am Verein ein, es galt die Leine von Gronau nach Ruthe zu befahren, die Allerkonsequentesten zogen letztendlich bis zum KSC durch, also theoretisch 28 bzw. 50 km. Warum theoretisch? - dazu später. Man entschied sich für den Bootsanhänger, es waren ja 7 Einer und das Hoppe'sche Dickschiff zu transportieren. Bemerkenswert war, das auch unser Neumitglied Volker samt Filius mitfuhren, beide hatten bisher als längste Strecke das kleine Dreieck befahren, ca. 10 km, also Hut ab!

Nach dem üblichen Anhängerbeladen (Den Kanadier nach unten, nein doch lieber nach oben, oder doch lieber in die Mitte?...) ging es dann nach Gronau, da hier noch niemand eingesetzt hatte, galt es, eine geeigneten Einsetzstelle zu finden, die beiden Brücken über die beiden Leinearme erwiesen sich als extrem unkooperativ, viel zu steil die Böschung außerdem war im DKV-Führer nur von einer Brücke die Rede. Ein netter Eingeborener gab uns dann den entscheidenden Tip, es galt einen Feldweg flußaufwärts zu befahren und dort das Bootshaus des Wassersport Gronau zu finden, was uns auch souverän gelang. Und während die Fahrer die Autos nach Ruthe brachten, suchten wir eine Einsetzstelle, der Verein hatte nämlich Tag der geschlossenen Tür, und wir fanden sie schließlich links vom Haus.

Ein paar von uns konnten nicht länger warten und machten die Leine flußaufwärts unsicher, nach 300 Metern war rechts ein langes Schrägwehr, also hier konnte es ja wirklich nicht langgehen...oder doch? die Fahrer kamen zurück und so fuhren wir 'unseren' vermeintlichen Leinearm abwärts, wurden aber nach ca. 1 km von einer unfahrbaren Wehrphalanx jäh gestoppt. Praktischerweise war da auch ein Bootsclub nebenan, und von dort wurde uns unmißverständlich mitgeteilt, daß wir zur Weiterfahrt nach Hannover den anderen Arm hätten nehmen müssen, am Schrägwehr vorbei. Grrrr, also Kommando zurück, und wieder flußaufwärts gedüst und am Wehr umtragen. Alle?...nein, Uwe und Ali schrappten das Wehr hinunter und Volker und sein Sohn folgten hinterher, aber ich behaupte, daß der Spaßfaktor ein eher geringer war, ein jeder Stein wurde persönlich begrüßt.

Wie dem auch sei, endlich waren wir unterwegs auf unserer geplanten Strecke, nach 2 km passierten wir die Brücke, die wohl als eigentliche Einsatzstelle vorgesehen war, nächstes Mal wissen wir also Bescheid. Nach weiteren 2 km vernahm ich ein verdächtiges Rauschen hinter einer Rechtskurve und als ich dann noch einen Pulk Spaziergänger an rechten Ufer ausmachte, entschloß ich mich dann doch, die Spritzdecke zu schließen. Ein Entschluß, den ich nicht bereuen sollte, denn in der Kurve galt es ein mächtiges Naturwehr/stufe hinunterzurutschen, Uwe hatte sich für rechts entschieden, und alle schossen hinterher, ich saß für einen Augenblick bis fast zum Hals im Wasser, welches sich zu einem (zum Glück) nur geringen Anteil dazu entschloß, in meine Spritzdecke abzulaufen. Besonders sehenswert waren Ernst und Christa in ihrem Kanadier, auch hier erwies sich die Persenning als ausgesprochen hilfreich.

Die weitere Fahrt erwies sich als zügig-entspannend, einige Schwallstrecken galt es zu bewältigen, diversen Gebüschen auszuweichen, die Fahrt führte uns durch ein Naturschutzgebiet, besonders eindrucksvoll war ein Hügel, der mit Kiefern übersät war, so etwas erwartete hier wirklich keiner. Fast unbemerkt von den anderen passierten wir Elze und den Einfluß der Dirk'schen Saale, aber ab hier war mir die Strecke ja wohlbekannt, fast ein Heimspiel. Düster war mir noch in Erinnerung, daß man an der Srtraßenbrücke bei der Marienburg gut aussetzen konnte, das erwies sich auch als außerordentlich hilfreich, da bis dahin absolut keine Möglichkeit zum Anlanden bestand.

Also verbrachten wir da unsere wohlverdiente Pause, ich und Micha machten uns mit Volker & Sohn bald darauf auf den Weg Richtung Schulenburger Wehr, so langsam merkte man ihnen doch die Strapazen dieser ungewohnten Strecke an, zudem erwies sich das eine Boot/Spritzdecke noch als wasserdurchlässig. Beim Wehr verweilten wir nicht lange, sondern setzten zügig um, denn Volker hatte einen Termin um 19 Uhr, und durch unsere Irrfahrt zu Beginn hatten wir ganz schön an den Zeitreserven geknabbert. Die restlichen 9 km wurden recht zügig absolviert, die Leine hat da einen ganz schönen Zug drauf und die vielen Schwallstrecken machen richtig Laune, vor Allem der 2-km-Endspurtschwall zwischen Schliekum und Ruthe.

So erreichten wir nach kurzer Zeit die End- bzw. Zwischenstation, ich, Micha und Ali hatten ja von Anfang an beschlossen, bis zum bitteren Ende durchzuziehen. So setzten die Anderen aus, Micha und Ali fuhren schon vor, ich ging auch kurz an Land, um meinen Paddelriesling mit Hilfe von Ernsts Korkenzieher aus seinem Flaschengrab zu befreien und quälte mich dann wieder ins Boot. Nicht, weil ich nicht mehr konnte, aber diese 'Einsetzstelle' bei Ruthe ist wohl eine der Besch....eidensten, die mir bisher untergekommen ist, am Rand einer Kuhweide, man versinkt wadentief im Schlamm, und da man dessen 'organischen' Anteil nicht um Boot haben möchte, muß man sich extrem verrenken, um sich die Füße vorm Einstieg zu säubern. Also freiwillig steige ich da nicht mehr ein/aus/um, vor Allem wenn ich an die Super-Luxus Einsetzstelle in Sarstedt denke.

Nach 500 Metern fließt die Innerste ein, von da ab kenne ich jede Kurve schon am Geruch, vor der Straßenbrücke bei Koldingen lungerten Ali und Micha auf der Kiesbank herum, hier machten wir unsere letzte Pause und zogen dann, nur unterbrochen durch die beiden Wehre, zügig bis zum KSC durch. Die letzten 3 km legten Micha und ich einen phänomenalen Endspurt hin, und so erreichten wir gegen 19 Uhr den Verein, wo ich nach einer solargepowerten Dusche und einer Appelsaftschorle den Schauplatz gegen 20 Uhr verließ.

Es war mal wieder eine schöne lange Tour, die paar km von Alfeld werde ich wohl demnächst auch mal dranhängen, beachtenswert war das Durchhaltevermögen von Volker und Nachwuchs, aber wie schon oben erwähnt, werde ich die nächste Tour nicht in der prallen Sonne machen, sondern einen bewölkten kühlen Tag aussuchen, fährt sich (für mich) einfach entspannter.