an den Regen 2001

Vereinssommerfahrt an den Regen 2001

Der bayerische Kanuwanderführer hat einfach recht: Der Regen ist eben einer der schönsten Flüsse für Wanderfahrer! Stille Wälder säumen den Fluss, viele Kilometer weit keine menschliche Ansiedlung, leichtes Wildwasser, ruhige Stauseen und gemächlich fließende Wanderstrecken; genau so haben wir ihn erlebt.

Leider waren wir nur zu fünft, und auch nicht alle hatten den "Mumm", die Strecke mit dem Bärenloch, das sind vier Kilometer lang eigentlich durchgehende Schwälle, oder den Gumpenrieder Schwall zu befahren; die Eifrigen begeisterten sich dann auch zwei- oder dreimal daran. Dafür boten die Tagesetappen des Regen-Wasserwanderweges für alle die erwarteten abwechslungsreichen landschaftlichen Reize, öfter gewürzt mit kleinen verblockten Schwallstrecken oder listig zu be- oder umfahrenden Wehren. Angenehm die ausgebauten Rast-, Umtrage- und Ein- und Aussatzstellen. Die befürchteten Mengen "Sonntagspaddler" gab es nur an einer Einsatzstelle, und das auch nur für eine kurze Zeit beim Einsteigen.

Sehr bald hatten wir auf dem Campingplatz Verbindung zu Paddelfreunden aus Schweinfurt und Kassel; die eine brachten ihre Ortskenntnisse aus vielen Jahren Urlaub am Regen, die anderen ihr Fahrzeug ein, so dass die Transport- und Umsetzprobleme für alle auf ein Minimum reduziert werden konnten.

Apropos Campingplatz: Die "Schnitzmühle" hält ebenfalls, was versprochen wird. Landschaftlich schön auf einer großen Insel im Regen, gute, zwanglose Atmosphäre, trotzdem ruhig, nur zwei- oder dreimal fährt ein "Zügle" der Museumsbahn vorbei, und was ganz besonders reizvoll ist, man kann mehr oder weniger direkt vom Zelt ins Wasser springen oder den Camper-Anglern bei ihren Erfolgen auf die Finger gucken. - Trotz ADAC- und DCC-Auszeichnung waren wir über die niedrigen Camping-Gebühren überrascht - und erfreut.

Wie angekündigt blieb's nicht beim Paddeln: Wandern im Bayerischen Wald, zum Beispiel durch einen richtigen Urwald mit umgestürzten Baumriesen kreuz und quer, dass kaum ein Durchkommen ist, (die lockenden Gipfel haben wir der Hitze wegen ausgelassen); Radfahren auf dem Regentaler Radfernweg, auch ein Genuss; Besuche in Regensburg und Passau mit Schlössern, Kirchen und Museen; eine Fahrt nach Tschechien, wo uns die Altstädte von zwei Kleinstädten begeisterten; Glashütten und Bärwurzerei; regionale Kunstrausitelungen ganz besonderer, skurriler Art, entweder "bayerisch-ägyptisch" oder "volkstümlich-surrealistisch"...

Die Bayerwälder und die Tschechen verstehen natürlich auch etwas vom Essen und Trinken, zwar kräftig-deftig, dennoch köstlich; und vielerorten werden " gute Geister" destilliert oder wohlschmeckende Biere gebraut..., alles Dinge, die wir nicht vergessen haben, entsprechend zu genießen, und das bei wirklich annehmbaren Preisen.

Alles in allem eine gelungenen Fahrt. Wären wir mehr gewesen, hätten sich manche Wünsche leichter erfüllen lassen; die eine hätten mehr paddeln, die anderen mehr wandern, mehr faulenzen oder mehr auf Entdeckungsreisen gehen können; es ist vieles von uns unberührt geblieben.

Auch für den Privaturlaub würde ich den Südosten Deutschlands empfehlen, vielleicht mit einem etwas größeren Radius: Fränkische Alb, Fichtelgebirge und Oberpfalz noch dazu - auch ohne Paddeln ein abwechslungsreiches, reizvolles Urlaubsvergnügen!

Uwe J.