fahrt

Aller-(Gepäck)fahrt

Um die 10 KSC'ler machen (u.A.) den Allerkanal unsicher

Ein kleines Vorwort sei mir gestattet, das ist mein erster Bericht mit eigener Digitalkamera, 'ne ganz einfache Knipse für knapp DM 200, zuerst wollte ich mir was 'Richtiges' zulegen, aber da ist man ja gleich mit über DM 1500 dabei und für DM 500 sind es mehr oder weniger 'Faule-Kompromiß-Kameras'. Also für 100 € bin ich jetzt dabei, wenn die Kiste ins Wasser fällt ist es halb so wild, die Qualität der Bilder ist halt besch..eiden, aber besser als nix, dafür sind doch von den 123 Bildern, die ich geschossen habe, gut die Hälfte brauchbar. Mit viel Skrupel habe ich jetzt 40 Bilder ausgewählt und ich bringe es einfach nicht übers Herz, noch mehr Bilder 'rauszuschmeißen, obwohl der Speicher für die Homepage jetzt fast aufgebraucht ist. Sind ca. 1,5 Megabyte Bildmaterial, also dauert es ein bisschen mit dem Laden, ich hoffe, ihr verzeiht mir. Wer eins von den Bildern (im Originalformat) haben möchte, schreibe mir eine Email (Rechte Maustaste auf Bild, Eigenschaften für die Nummer des Bildes) und ich schicke es ihm zu.

Dann werde ich mal den Spruch: 'Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte' beherzigen und mich etwas kürzer als sonst fassen, aber am Samstag vergaß ich die Knipse ja in meinem Lastkarren in Ettenbüttel, also diesem Tag muß ich dann doch ein bisschen Buchstabensalat widmen. Die Aller-Gepäckfahrt wurde zuerst des Gepäcks beraubt, die Boote wurden also nur mit dem Kentersack und dem Tagesproviant beladen und aus der Übernachtung im kuscheligen Zelt wurde ein Matratzenlager in der Dorfhalle, war aber trotzdem eine interessante und gelungene Fahrt (bis auf 2 'Kameraden' die sich einen Egotrip leisteten, aber dazu später).

Am Samstag, den 17.11.2001 gegen 7.30 Uhr in der Frühe war es einmal wieder soweit, ein gutes Zehnt erwartungsvolle KSC'ler traf auf dem Gelände des KSC zusammen und mit fast gewohnter Routine wurden die Autos mit Boote und Material beladen. Warum 'fast'?, ganz einfach, mein kleiner grüner Flitzer diente ausschließlich als Lastesel, aber ausschließlich für Sachen, die in Ettenbüttel, dem Übernachtungspunkt, zurückgelassen werden sollten. Das gab dann doch einiges Tohuwabohu, bis dann alles richtig zugeordnet wurde und meine Kamera verschwand dann auch bis Samstagabend in dem besagten Auto, also hier das einzige Foto (war noch sehr neblig-dunkel, also gnadenlos verwackelt, zum Glück gibts Bildbearbeitungsprogramme mit dem Pastellmodus ;-)

Dann ging es los Richtung Gifhorn, gegen 9 Uhr erreichten wir die Brücke bei Ettenbüttel und im allgemeinen Umräumchaos vergaß ich die Kamera im Auto, daher muss ich den Tag jetzt mehr oder weniger wortgewaltig ausschmücken. Fast pünktlich gegen 10 Uhr erreichten wir Wolfsburg (Stadtteil von Volkswagen) und irgendwo auf einem der gewaltigen Parkplätze konnte man den typischen Pulk von Paddlern ausmachen. Nach dem großen 'Hallo' machte man sich dann ans fertigmachen der Boote, mein Namensgedächtnis ist leider katastrophal, deswegen verkneife ich mir hier Namen, wenn ich mir nicht 100% sicher bin, aber erwähnen möchte ich hier Helge vom KURVE Gifhorn, der das alles meisterhaft organisiert und die Befahrung des Allerkanals überhaupt erst ermöglicht hat (mit einer vagen Option auf nächstes Jahr).

Kurz vor 11 (Nachdem auch noch 2 jugendliche Nachzügler eingetroffen waren, doch dazu wie gesagt noch später) ging es die Böschung 'runter und 'rein in den Bach...oha...ganz schön flach, und daran sollte sich auch die nächsten 20 km nicht allzuviel ändern auch wenn nach dem ersten (extra für uns geöffneten Wehr) die Wassertiefe von 30 cm auf 50 cm stieg. Nein, ganz so schlimm war es nicht, aber besonders Langboote wie meins saugten sich schon ziemlich stark fest, was das Vorankommen ziemlich erschwerte (vom Steuern wollen wir gar nicht reden). Aber das war ja auch gar nicht nötig, denn es ging schnurgerade durch das Naturschutzgebiet Fahle Heide hindurch, links und rechts war lichter Kiefernwald und es war eigentlich (bis auf ein paar, vorwiegend weibliche dominante Organe) sehr einsam und still.

Nach ca. 6 km erreichten wir den Elbe-Seitenkanal und hier war das Naturschutzgebiet zuende, ehrlich gesagt, wenn mir das keiner gesagt hätte, wäre es mir gar nicht aufgefallen, ich weiß zwar nicht, wie lange der Allerkanal schon nicht mehr genutzt wird, aber die Natur tut sich mit so einem begradigten Fluß schwer. Irgendwo rechts konnte wir aber jetzt anlegen und machten uns über die Vesperpakete her. Der Abschnitt danach war größtenteils nicht mehr so schnurgerade und man mußte sogar den einen oder anderen Schwall meistern.

Nach knapp 20 km wurden wir dann über eine kleine Stufe in die Aller gespuckt und nach dem ganzen Gestochere und Festgesauge genoß ich die wiedergewonnene Bodenfreiheit in vollen Paddelzügen, mit 'Maximum Warp' ging es dann (was mich angeht) in einer knappen Stunde die letzten knapp 10 km nach Ettenbüttel. Über die Aller muß man ja nicht viel sagen, leichte bis mittlere Strömung schlängelt sie sich durch eine Wiesenlandschaft, ab und zu ein paar Kühe und/oder Bäume. An einer Wiese (ursprünglich als Zeltlager geplant) ging es dann an Land und dann war man eigentlich froh um jeden Bootswagen, denn die Dorfhalle lag gut 700 Meter vom Bach entfernt, bis alle ihre Boote dorthin verbracht hatten, verging wieder eine gute Stunde, aber noch deutlich vor Anbruch der Dunkelheit hatte wir alle Schäflein im Trockenen.

Alle?....nein, die 2 Kiddies, die schon in Wolfsburg mit Verspätung eingetroffen waren, ließen weiterhin auf sich warten und sorgten, während sich die Anderen schon für das Abendessen rüsteten, bei den Verantwortlichen für negative Vibrationen, man beratschlagte sich und wollte schon im Dunklen die Strecke mit dem Auto abfahren, doch irgendwann gegen 20 Uhr, die meisten waren schon in den Allerstuben versammelt, trudelten die beiden Trantüten seelenruhig ein, mal gut, daß ich nicht an der Brücke war, auf jeden Fall kriegten die beiden eine ordentliche Standpauke und Vati holte sie dann irgendwann auch ab. Schwamm drüber, aber solche Typen brauchen wir mit Sicherheit nicht mehr dabei und es war auch für diese Beiden die letzte Fahrt dieser Art.

Doch ab jetzt war ich wieder im Besitz meiner Knipskiste und getreu nach dem Motto : 'Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte' werde ich ab jetzt die Fotos sprechen lassen und nach Bedarf einen mehr oder weniger sinnigen Spruch darunter knallen, die meisten Bilder sprechen ja für sich, los gehts:

Inge (die uns an diesem Abend schon verlassen mußte) und Uwe bei Tisch

Ei wann kommt denn das Vögelchen? (Das im Vordergrund ist übrigens kein Boot :-)

Abends ging es dann in die 'Allerstube', wo man es sich bei Bier und Braten gutgehen ließ, als kompromißloser Kältefreak zog es mich (aber auch ein paar Andere) nach Einnahme der Mahlzeit schnellstmöglich ins Freie, nicht daß die Gaststätte nicht gemütlich war, aber halt für mich 10°C ZU gemütlich. Abends saß man dann noch zusammen, mehr oder weniger hochgeistige Gepräche und Getränke zogen durch die Halle, doch gegen 11.30 wurde Schlafruhe befohlen und auch mehr oder weniger befolgt, viele Bäume gab es dort sowieso nicht zu sägen.

Und so brach dann auch der Morgen an und man begann den Tag mehr......

Ey, Alter, alles paletti!

....oder weniger.....

Sprich mich nicht an, bevor ich meine Yum-Yum Suppe hatte !!!
(oder: 'S vor-vorletschte Obschtwässerle war wohl e bissel fuselig)

souverän. Doch schließlich hatte man sich zusammengerauft und zelebrierte den Morgen an der dekadenten

und kaffeereichen

Jacobs Dröhnung unerreicht - 2 Tassen getrunken, 4 geseicht....;-)

Frühstückstafel. Vielen vielen Dank nochmal an die Organisatoren für die Mega-Brötchentüte! Überhaupt, ich bin der Meinung: Ihr wart Spitze, sicher im Namen aller Anderen.

Doch itgendwann muss man auch mal wieder ans Aufbrechen und Bootepacken denken:

Ali und Helge im Duett, bald ist das Boot komplett

und nach einer erneuten Odysee

Hopp, hopp, hopp - ein bißchen zackig!

erreichte man dann früher oder später

Verflixt, irgendwo dahin hatte ich doch mein Paddel gesteckt?!

die Aller, wo man sich auf die folgenden Abenteuer vorbereitete.

Ein gelungener Einstieg ist quasi die halbe Fahrt, n'est-ce pas?

Setzen, Micha, setzen!

Noch schnell die letzten Löcher gestopft

Zoise rührt noch ein bisschen im Aller-Suppentopf

Helge beim Beschleunigen

En Avant!

Und schließlich hatte sich die ganze Mannschaft in Bewegung gesetzt und es ging im gemäßigten Tempo die Aller hinab.

 

...........Hopp.......Hopp......Hopp........Hopp.........

Unsere beiden Kampfkanadierkapitäne, schon beachtlich, was die für ein Tempo an den Tag legten, wenn sie wollten, aber letzendlich erreichten wir alle gegen Mittag das Wehr bei Müden, dieses umtrugen wir links, das Einsetzen erwies sich als ziemlich mühsam, ohne fremde Hilfe hätte ich es dort nicht geschafft, mit meinem Schlachtschiff einzusetzen, dann mußte man schauen, möglichst schnell vom Unterlauf des Wehres mit einem gepflegten Kehrwasser wegzukommen, wie die nächsten Bilder zeigen, sind leider ein bisschen verwackelt, da ich mich im besagten Kehrwasser befand und zwischen Boots- oder Kamerakontrolle hin und herschwankte

 

Gib Stoff, Zoise!

Wie immer perfekte Koordination

Bogenschlag, na und? - gib mir die Kante!

Besonders Micha hatte seine Mühe mit (m)seinem langen Kahn, da ist wohl noch etwas Feintuning beim Ankanten nötig (ist aber leichter gesagt als getan in so einer Situation), meine beiden Seeschiffe (Pinot Noir noch wesentlich ausgeprägter) lassen sich nunmal von profanem, wie auch immer geartetem Paddelgefuchtel kurventechnisch wenig beeindrucken, da muss man schon ein bissel mit dem Arsch wackeln, und das ist auch gut so [tm].

Dann ging es weiter den Bach hinab, das Wetter besserte sich immer mehr, es regnete zwar von Anfang an nicht, aber der zähe Nebel löste sich mehr und mehr auf und als wir das Wehr bei Langlingen erreichten, da zuckte sogar ab und zu die Sonne durch die Wolken. Doch erst noch ein paar Stimmungsbilder von der Strecke bis dahin:

jetzt erstmal 'ne Fluppe

noch lacht Zoise, noch hat sie mich nicht gerammt

Uwe, ganz entspannt

Eine Bootsrutsche ohne Lust, sorgt bei Uwe für großen Frust

Leider (zum Glück, wer weiß) war die erste Bootsrutsche defekt, wie mußten also mehr oder weniger schweren Herzens dort umsetzen, kombinierten dies aber mit der mehr oder weniger überfälligen Mittagspause.

Doch vor den Landgang muß das 'An Land gehen' absolviert werden, je nach Fähigkeit und Temperament:

zaghaft zaudernd...

.......kämpferisch dynamisch......

.....oder gelassen souverän

Nach den ganzen Strapazen war dann ausgiebige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme angesagt, verbunden mit mehr oder weniger sinnvoller Kommunikation (die Deutung überlasse ich mal jedem Einzelnen selber)

 

 

Irgendwann war auch wieder der letzte Kram verstaut

und erneut ging es aufs Wasser, Unser Dreamteam hatte derweil die Bootsrutsche repariert und befahren:

Boah Ey!

Weiter ging's Richtung Bootsrutsche II bei Oppershausen, mit anfangs sehr gemischten Gefühlen stellte ich fest, daß sich die Bootssause in funktionstüchtigem Zustand befand, kurzentschlossen übergab ich wenigstens die Kamera an Micha und fuhr dem Abgrund entgegen und dann:

Paddel Jo im Glück: 'Meine erste Banan....äh..Bootsrutsche!'

In einem gewaltigen Positiv-Adrenalinstoß entlud sich die Anspannung, dank des wieder mal tadellosen Geradeauslaufs von Pinot Noir raste ich perfekt in der Mitte der Rutsche ins Unterwasser hinab, irgendwo hatte ich mal gelesen, daß man auf keinen Fall steuern sollte, wie man unschwer erkennt, führte ich mich gar nicht erst in Versuchung. Das war sicher nicht meine letzte Bootsrutsche! Leider hatte ich im Unterwasser meine Knipse nicht greifbar, sonst hätte ich sicher noch ein paar souveräne Punktlandung der nachfolgenden 'Nichtumtrager' festgehalten. Ich kann aber jederzeit nachvollziehen, warum man sich sowas nicht antun möchte.

Langsam aber sicher näherten wir uns Celle, nur unterbrochen vom Wehr Theewinkel, welches wir in einem letzten Kraftakt rechts umtrugen, meine (Kamera)Batterien zeigten schon leichte Ermüdungserscheinungen, also verkniff ich mir hier die Fotos, schaltete dann dafür die letzten 7 Kilometer in den Donnerstags-Trainingsmodus und mit äußerster Kraft voraus rauschte ich gen Celle. Die Bootwagen-Schiffe legten direkt an der Aller an, ich steuerte links in den Magnusgraben und erreichte dann nach ca 200 Metern den Steg des Paddel Club Celle, wo ich mich an Land wuchtete.

Hier stand ich dann mit gezückter Kamera und konnte somit die nachfolgenden Szenen dokumentieren:

Jetzt zeigst Du es uns aber nochmal richtig!

Allez-hopp!

Micha, unser 'Smooth Operator' bei einer klassischen Würgemassage

Kurz vor der Abfahrt zurüch nach Ettenbüttel gelang mir im letzten Tageslicht dieses Stilleben:

 

Dann ging es im Affenzahn zurück nach Ettenbüttel:

Gib Gummi, Schumi!

Im Dunklen ging es dann zurück nach Celle, dort wurden die Boote verladen und knapp eine Stunde später befanden wir uns wieder in heimatlichen KSC-Gefilden und nach den üblichen Räumaktionen stellte sich wieder eine wohlige Gelassenheit ein (s. Foto unten) und kurz darauf verlief sich die Schar.

 

Fazit (diesmal ganz kurz nach dem Marathonbericht): War mal wieder ein interessantes, erlebnisreiches Wochenende, perfekt organisiert, den unerwarteten Komfort (leere Boote, Dach über dem Kopf) verkrafteten wir problemlos, es war mal interessant, den ansonsten gesperrten Allerkanal zu fahren, aber zur Standardfahrt wird es bei mir sicher nicht, ich liebe nun mal entweder größe Wasserflächen mit Wind und Wellen, oder kleinere, windungsreiche Bäche, 20 Kilometer geradeaus bei niedrigem Wasserstand werde ich mir mit dem Langboot nicht mehr geben, aber es war trotzdem mal schön, wie fährt sich eigentlich die Kurvenaller? ;-)

Aber (bis auf die 2 Hirnies) eine klasse Truppe, könnte man sich daran gewöhnen, also ich freue mich auf nächstes Jahr!

In diesem Sinne....bis bald mal wieder

Euer Jo