rt (Elze-KSC)

Immer wieder Donnerstags - geht's auf der Leine ab

Jo's Trainingsfahrt von Elze zum KSC

(Teilstück der Zweitagesfahrt hier für die ganz Eiligen, der Rest wird nachgereicht ;-)

So, hier der Fotobericht über meine Elze-Trainings-Fahrt. Er dient einfach als Trockenvorbereitung für eventuelle Mitfahrer, Nachahmer und sonstige Verrückte oder zum 'sich einfach reinziehen'. Ich habe einfach mal die Digi-Knipse mitgenommen und im Rahmen der bescheidenen technischen Möglichkeiten derselben und meinen grobmotorischen Fertigkeiten (paddeln oder knipsen?) die Fahrt, oder vielmehr die Schlüsselstellen fotografiert und mit bis zu dreierlei Kommentaren versehen. Warum 3 Kommentare? Ganz einfach, ich habe die Fahrt bei Niedrig-, Normal- und Hochwasser gemacht, die Fotos entstanden bei Normalwasserstand, die anderen Wasserstände ergeben sich einfach daraus, denn bei Hochwasser und auch bei Niedrigwasser sollte man tunlichst die Hand am Paddel lassen, warum, seht Ihr im Text.

Letzten Winter war ja noch die Sarstedt-Fahrt das Maß aller Dinge, diesen Winter ist es halt die Elze-Fahrt, Gründe gibt es genug, ist einfach mehr Eggschen auf dem Bach oberhalb Ruthe, in Sarstedt gibt's ja nur die Stufe, dann ist Sarstedt inzwischen zu kurz, ich trainiere ja auf 50 km DauerPower (Marseille - Cassis, und irgendwann mal Roscoff - Audierne), auch hatte ich letztes Jahr mit meinem (damals noch) sehr eigenwilligen Schlachtschiff zu kämpfen, inzwischen funktioniert der Autopilot und ICH bestimme (zu 99,99%), wo es langgeht ;-).

Ach ja, bevor ich es vergesse (Ich sehe schon die erhobenen Zeigefinger), mir ist bewußt, daß ich gegen eine der obersten Doktrinen verstoße, nie alleine zu fahren, aber ich brauche diese Ego-Trips einfach für mein inneres Gleichgewicht, ich minimiere das Risiko (Neo und Schwimmweste sind obligatorisch), freue mich zwar nicht auf meine erstes unfreiwilliges Bad, aber bin jederzeit bereit, meines Erachtens ist die Fahrt mit dem Auto nach Elze viel risikoreicher.

Last but not least, für die wo mich (noch) nicht kennen tun [tm] , hier die technischen Details:

Schiffer: männlich, blond, grün, emigrierter Badener, 0,00183km lang, 0,09t schwer, ledig, seit Dezember 99 aktives Mitglied des KSC, überzeugter Langbootliebhaber (>/= 5,20m) und Steueranlagenverachter, Wind- und Wellenfan - fühlt sich aber auch in den reißenden norddeutschen Flüssen und Bächen wohl, jederzeit für spontane Paddeltouren zu haben.

Schiff: Prijon Kodiak 'Pinot Noir', 5,20m lang, 59cm breit, PlasteElaste, unplugged - d.h. (natürlich) ohne Steueranlage und ähnlichen überflüssigen Ballast :-),

Paddel: Kober 'Racing', 240cm, ungeteilt,

Spritzdecke: irgend so'n Helmi-Teil.

So, genug gelabert, Fakten Fakten Fakten.....................:

Los geht's, von Hannover auf der B3 Richtung Basel, erste Abfahrt nach Elze links abbiegen, nach 2 km am Kreisel geradeaus, nach weiteren 500 Metern links zum Bahnhof, direkt vorm Bahnhof links und dann über eine Brücke die Bahngleise über die Brücke rechts überqueren, henkersmäßig nach links in einen Feldweg steil 'runter zur Einsatzstelle. Ich habe vor einem Jahr fast 5 Stunden gesucht, aber die Leine direkt ist in Elze fast unmöglich einzusetzen, denn sie fließt jwd durch ein Naturschutzgebiet mit meterhohen Steilwänden, und weiter südlich hat man immer die Eisenbahnstrecke als unkooperativen Partner.

Also geht's in die Dirk'sche Saale, diese teilt sich vor Elze, der Stadtarm ist definitiv unfahrbar, aber hier der Arm ermöglicht widerwillig den Einstieg (oder besser Einrutsch), direkt unter der Brücke ist eine unfahrbare Stufe, deshalb habe ich auch nicht erst weiter oben geschaut, der erste Kilometer reicht auch dicke, ich bin ihn das erstemal am Ufer abgelaufen, bis zur Einmündung der 'Innenstadt-Saale', und habe einfach gehofft, daß der letzte Kilometer auch fahrbar ist, manchmal schätze ich wirklich gut :-)

Die Aufnahme wurde von der Brücke Richtung Norden aufgenommen, deutlich ist der großzügig dimensionierte, stegähnliche Einsetzpunkt zu erkennen, Hasardeure haben die Möglichkeit, sich am Stein in der Mitte festzuhalten, ich bevorzuge wie immer den schrägen Rutscheinstieg (Boot natürlich vorher im Wasser)

Hier noch mal die Perspektive direkt am Objekt, mehr als nasse Füße kann man sich eigentlich nicht holen, im Sommer ist hier freundlicherweise noch alles mit Brennesseln bedeckt. Aber gnädigerweise ist auch bei Niedrigwasser immer genug Wasser (20-30 cm), wird wohl oberhalb durch ein Wehr reguliert, so daß auch dann ein Einstieg leidlich möglich ist. Bei Hochwasser kann man oberhalb der Steine an der Wiese einsetzen, griffiges Schuhwerk ist allerdings sehr empfehlenswert.

2 Minuten später und mindestens doppelt so viele Flüche heißt es dann:

[Bobbele] Ich bin driiiiiiiiiiiiiinnnnnnn!!!!!!!!!!! [/Bobbele]

Heimelig-kuschelig umschließt einen das Bett der Dirk'schen Saale und möchte einen gar nicht fortlassen, eine würdige und zügige Fortbewegung ist im ersten Kilometer nicht möglich, am besten, man stößt sich mit dem Paddel immer am Ufer oder Stein ab, welcher einen gerade begrüßen will und läßt sich treiben.

Bei Hochwasser ist aber ordentlich Zug drauf und man hat alle Hände voll zu tun, die Steine zu umschiffen, viel Spielraum ist da nicht, da (aber nur da) wünsche ich mich doch in meinen Wildwasser-Obelix zurück.

 

Unberechenbare Mörderschwälle steigern die Spannung ins Unerträgliche

nach dem besagten Folter-Kilometer kommt dann von links der erlösende Zweitarm der Dirk'schen Saale und vereinigt sich zu einem:

Großgewässer von unüberschaubarem Ausmaß, eine der wenigen Stellen, wo ich eine Steueranlage vermisse :-)

Die letzten 500 Meter sind dann von einer Binsen- und Schilflandschaft geprägt, im Sommer ist hier alles fast zugewuchert. Bei Hochwasser ist nur die Wiese zu sehen, logo.

Hier sind es noch 50 Meter zum eigentlichen Ziel, der Leine, die von Gronau kommend, rechts in eine Kurve strömt, normalerweise muß man direkt in die Hauptströmung einfahren, was nach dem ganzen Rumgeeiere und Gestochere immer wieder für einen gehörigen Adrenalinstoß sorgt, da man innerhalb von 1 Sekunde blitzschnell entweder ins Geröll bei der Eisenbahnbrücke getrieben wird, oder es einem den Kahn unterm Hintern weghaut, wenn man im falschen Winkel oder falsch gekantet in die Strömung zockelt.

Aber des einen Freud, des anderen Leid, jetzt liegt ein riesiger Baum fast über die ganze Breite im Fluß, der die Strömung wird von diesem fast vollständig umgeleitet, man kann ganz gemütlich bei KM 22 in die Leine schippern. Dafür haben die Paddler, die von der Leine kommen, richtig Spaß mit dem Baum.

Jetzt kann man die wiedergewonnene Freiheit genießen, nach ca 2 km kommt dann auch schon Burgstemmen (KM 20) in Sichtweite, hier kommt hinter einer S-Kurve direkt unter der Straßenbrücke ein netter kleiner

Schwall, bei Niedrigwasser ist rechts kein Durchkommen (Stufe) und auch bei Mittelwasser wie im Moment, gehe ich mit dem langen Pinot kein Risiko ein und fahre links, man muß nur aufpassen, daß man nicht in den Baum unter der Brücke getrieben wird.

Bei Hochwasser ist der Schwall kein Problem (Spritzdecke aber besser zu ;-) aaber in der 90°-Linkskurve davor wimmelt es von Strudeln rechts und links ist ein riesiges Kehrwasser, Wildwasserfreaks werden sich da totlachen, aber mit meinem langen Kahn hatte ich lange Sekunden der temporären Instabilität, wo das Wasser von allen Seiten zerrte und schob, wie immer halfen da Paddelstütze und letztendlich ein paar energische Paddelschläge Marke 'jetzt oder nie'

Bei Niedrigwasser hat es der Schwall aber in sich, wie auch die beiden großen bei Schliekum und Jeinsen, rechts ist eine (trockenliegende) Stufe, alles rauscht links daran vorbei Richtung Gebüsch und dann muss man scharf steuerbord steuern.

1 km später kommt dann der Fotoklassiker, Blick auf die Marienburg durch die Eisenbahnbrücke, darunter wieder ein Schwällchen nach rechts und dann wieder nach links.

Einen weiteren Kilometer bachab fließt dann links die Haller ein, ich habe direkt an der Mündung angelegt, im Hintergrund die Marienburg, nach 500 Metern kommt dann eine Brücke mit Pausen/Einsetzmöglichkeit. Aber ich mach die Tour ja nicht zum Scherz, weiter geht's Richtung Schulenburg, bis dahin mutiert die Leine zum Wiesenfluß, wenn der Wind richtig steht, kann es richtigen Wellengang geben und man bekommt den edlen Duft der

Zuckerfabrik in die Nase, heute war kein Wind, aber es war ziemlich stark bedeckt, jedenfalls bis Ruthe. Weiter geht's dann in riesigen Schleifen Richtung Wehr bei Schulenburg, man sieht die Calenberger Mühle und kann sie schon fast greifen, aber wieder und wieder schlängelt sich die Leine, der Rückstau vom Wehr wird immer deutlicher

aber irgendwann erscheint dann das

Schulenburger Wehr (KM 11), hier kann man rechts in den Mühlengraben fahren und dann nach 300 Metern rechts (ziemlich weit) umtragen, oder man setzt links oberhalb des Wehres direkt aus und trägt das Boot hinunter. Man sollte aber aufpassen und die Ohren spitzen, man kann normalerweise bis fast zur Wehrkrone fahren, aber wenn es hier schon rauscht, sollte man prüfen, ob man seiner Faulheit zum Trotz etwas weiter weg vom Wehr aussetzt, denn:

hier sollte man besser nicht 'runterkacheln... ;-)
Aber auch bei (dezentem) Hochwasser kann man vorne links fast direkt vorm Wehr aussetzen, ein paar Schwäne, die sich dort aufhielten, ermutigten mich zu diesem Schritt.

Nun drängt sich auch eine kleine Pause geradezu auf, denn bis zur Brücke bei Koldingen in 16 km Entfernung gibt es nur suboptimale Aussetz/Pausenstellen. Bei Niedrigwasser ist das Einsteigen unten beschwerlich, da sehr flach.

Unterhalb des Wehres geht's dann wieder zügig voran, nach 300 Metern kommt der erste Mühlengraben von rechts 'reingeschossen und nach weiteren 50 Paddelschlägen kommt dann die Abzweigung nach links

zum von mir so getauften Ohrfeigen (oder badisch Backewatsche-) schwall. Man fährt geradezu auf das Ufer zu (heute auch noch incl. Angler), von rechts kommt dann der zweite Mühlengraben geschossen, man muß scharf links und sieht sich dann direkt mit der folgenden Situation konfrontiert:

Man wird gnadenlos von der Mühlenströmung nach links Richtung linker Brückenbogen getrieben, da ist aber eine Stufe, für Schlachtschiffe ist das gar nicht gut, ebenso unterm rechten Bogen, also muß man in der Mitte durch, da liegt an der Stelle, wo man sonst immer gefahren ist, zu allem Überfluß irgendwas im Wasser festgeklemmt, also eher links, und wird dann von 3-4 Strudeln hin- und hergeschubst, bis zur Grenze der Übelkeit. Der Schwall sieht eigentlich harmlos aus, hat es aber wirklich in sich, die alte Regel: Schnell rein - schnell durch, hätte beim letzten Mal beinahe zum Abwurf geführt. Also eher ruhiger angehen lassen, auf die Reflexe vertrauen, im Paddelstütz-Modus.

Bei Hochwasser ist der Schwall in seiner züchtigenden Form quasi nicht existent, man kann sich ganz gemütlich unter der Brücke durchtreiben lassen, aber ordentlich Zug ist natürlich schon drauf.

Danach geht es durch ein schönes Waldstück, Naturschutzgebiet und nach knapp 2 Kilometern

sieht man es in der Ferne wieder tosen und brodeln, bei der Erstbefahrung war ich kurz davor, umzutragen, aber wie so oft im Leben...

...ist alles halb so wild, wie es aussieht, aber da ich vermute, daß in der Mitte ein Stein liegt, ziehe ich doch lieber halblinks vorbei, man weiß ja nie.

Nach 3 weiteren Kilometern wieder eine lustige Schwallstrecke, diesmal ganz frontal aufgenommen, irgendwann im Sommer liefere ich auch den Ohrfeigenschwall 'unplugged', Spendenkonto für neue Kamera wir noch bekanntgegeben ;-)

Hier die ersten Anzeichen der Zivilisation in Form der Siedlung Schliekum, da vorne geht es rechts

zum kleinen 'Übungsschwall', bei Niedrigwasser liegt die Stufe rechts trocken, man muß also links dran vorbei, dort baden aber die Angler gerne ihre Würmer, was bei ca. 3 Metern Breite für wenig Freude auf beiden Seiten sorgt, man kann aber nicht anders und sieht den Durchschlupf erst kurz vorher direkt hinter der Kurve. Dann muß man schauen, daß man vor der Kiesbank wieder rechts herum kommt, aber da lauern wieder die Büsche, also haben bei Niedrigwasser Leute mit guten Reaktionen einen Selektionsvorteil.

Bei Mittelwasser wie auf dem Bild kann man die Stufe fahren, aber ich setze immer ein bißchen mit dem Heck auf, muß ja nicht sein, also fahre ich leicht links versetzt.

Bei Hochwasser kracht man halt irgendwie durch, die Stufe und die Kiesbank sind quasi nicht existent.

Weiter geht's nach Jeinsen, ähnliches Bild, Rechtskurve, aber hier sollte man die Sache nicht zu weit außen angehen, sondern den Kahn schon mittig auf Kurs drehen, denn prallhangig gibt es massive Strudel und man wird auch schon gleich angesaugt und in den Schwall gespült, in der Innenkurve hat man noch ein bißchen Zeit zur Schwallbeschau

So, da simmer jetzt mittendrin, es zieht einen wieder in einer großen S-Kurve nach links Richtung Kiesbank und dann Richtung Baum, Man sieht es auf dem Bild schlecht, aber da liegt ein kapitaler Baum rechts in der Strömung (seit 2 Monaten) und man hat schon gut zu tun, um die Lücke (2 Meter) zwischen Kiesbank und Baum zu treffen

Bei Hochwasser geht's mit Karacho durch, die Wellenbildung ist enorm, es empfiehlt sich dringend, die Spritzdecke zu schließen, sogar über meinen, bauartbedingt wellenabweisenden Bug hüpfte das eine oder andere vorlaute Wellchen drüber.

Der nächste Kilometer bis Ruthe ist eine fast durchgehende (leichte) Schwallstrecke, macht richtig Laune, da durchzurauschen.

Hier in Ruthe ist der fast-motion-Abschnitt der Tour vorbei, ab hier treten wir in die ruhigere Phase ein. Hier ist rechts hinter mir eine schlammige Kuhwiese, welche eine Standard-Aussatz/Einsatzstelle des KSC darstellt, eine Entscheidung, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, denn von allen suboptimalen Stellen weit und breit ist das das die Allerbesch....eidenste. Ganz vorne links ist noch mal eine scharfe Rechtskurve mit riesigem Kehrwasser, die bei Hochwasser wieder für Spaß und Spannung sorgt.

Wenn auch diese Herausforderung gemeistert ist, sieht man vor sich die Straßenbrücke von Ruthe, hier besteht noch einmal die Möglichkeit zum Einsetzen, ganz hinten im Bild kommt dann schon die Innerste von rechts in die Leine geschossen

Hier bin ich also letzten Winter immer runtergedüst, knapp 5 km Innerste-Aufwärts liegt unter einer Brücke die ultimative Einsatzstelle und ein kleiner Sohlabsturz kurz danach sorgt für Action, bevor man sich richtig warmgefahren hat. Hier ist auch Halbzeit, jedenfalls für die Elze-Strecke, 23 km hat man hinter sich und 22 liegen vor einem (Kilometer 0, neue Kilometrierung) , Zeit für eine kleine Pause im Relax-Kehrwasser genau zwischen Leine und Innerste. Im Sommer empfiehlt es sich aber empfindlichen Stadtnasen, hier nicht zu verweilen, denn an dieser Stelle beginnt ein agrartechnisch intensiv genutzter Abschnitt, man erkennt ihn mit geschlossenen Augen, links auf der Wiese tummeln sich unzählige Kühe, die für eine kräftige Landnote sorgen, ansonsten sorgt Gülle-Willi für Ersatz.

Doch heute war die Zeit sowieso schon fortgeschritten, die Knipserei hält den Fahrbetrieb doch ganz schön auf, und so habe ich die Kamera weggesteckt und in den Turbomodus geschaltet, denn vor Sonnenuntergang wollte ich ja das Wolle-Wehr erreichen und dokumentieren. Also hatte ich noch eine knappe Stunde, ab jetzt habe ich die Fotos aus voller Fahrt heraus geschossen, eventuelle Qualitätsminderungen bitte ich zu entschuldigen.

Aber landschaftlich haben die nächsten Kilometer sowieso nicht viel zu bieten, im Gegenteil, es ist von hier bis zur Brücke bei Koldingen wohl mit Abstand der ödeste Abschnitt zwischen Gronau und Neustadt (Den Teil der Leine, den ich kenne). Keine Bäume, hohe Böschungen, bis an den Rand entweder von Kühen oder Landwirten genutzt, an vielen Stellen von Kühen heruntergetrampelt, bei jedem Hochwasser brechen ganze Uferabschnitte heraus und werden weggespült, es stinkt oft zum Himmel, die Trecker rangieren bis ans Ufer - mit einem Wort: Agrarwüste in Reinkultur. Nicht mal den Schwänen und Enten gefällt es hier, von sonstigem 'Wild' ganz zu schweigen.

Fazit: Vollgas und durch, hier ließ ich in der Vergangenheit und werde es in Zukunft richtig krachen lassen, werde im Verlauf des ganzen nächsten Jahres hier sicher einen Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen aufstellen. Man wird in Legenden von dem roten Blitz erzählen, der bei Wind und Wetter übers Wasser rast, den Leinator Sesselfurzensis ;-))

 

Das ist noch kurz nach der Innerste-Mündung, links ist eine flache Stelle, hier saß ich bei Niedrigwasser schonmal über 10 Minuten fest, nur der Vollständigkeit halber.

Nach 5 Kilometern Maximum Warp durch die Ödnis kommt dann

rechts die Überreste einer Kiesgrube in Sicht und nach der nächsten Linkskurve

ist dann ganz links eine je nach Wasserstand mehr oder weniger ausgeprägte bis nicht vorhandene Kiesbank, die zur Rast einlädt, im Sommer allerdings durch Tretminen gesichert, auch hier haben die Rindviecher ganze Arbeit geleistet. Im Hintergrund sieht man die Brücke bei Koldingen, hier kann man auch einsetzen. Für den Kurzstreckenfahrer sicher optimal, denn ab hier wird der Bach wieder richtig schön, mit Büschen und Bäumen ringsherum

Nach weiteren 2 Kilometern dann erste Spuren der Zivilisation, Rethen.

Das architektonische Meisterwerk, die Betonbrücke bei Grasdorf kurz danach.

Dann bei km 11 die ersten Arme der Krake Hannover, Laatzen.

 

Ab hier folgt der schönste und ursprünglichste Teil des unteren Abschnitts, obwohl die Stadt ganz in der Nähe ist, kommt fast so etwas wie Urwald-Feeling auf, spätestens hier drossele ich dann auch mal nach der Beschleunigungsorgie bei Ruthe das Tempo in den Genuss-Zockelmodus.

Hier mein Naturhafen im Urwald. Weiter hinten kommt dann eine Brücke und kurz dahinter links der Boots-Club-Laatzen, hier kann man auch mal ein kleines Päusken einlegen, leider lag dieser im Schein der gleißenden, gerade untergehenden Sonne, also war das Foto nix geworden.

3 km weiter haben die Kanuwanderer Hannover ihr bescheidenes Anwesen.

 

direkt daneben der PKN, hier ist eigentlich immer Betrieb, aber eher in der Kneipe, selten auf dem Wasser. Weiter geht's durch weite Kurven und wunderschöne Landschaft (wenn der stets gegenwärtige Verkehrslärm nicht wäre, könnte man sich fast jwd in Kanada oder Schweden wähnen) Richtung

Döhrener Wolle, einer ehemaligen Wollwäscherei, am Ende eines parkähnlichen Sees hört man schon das Wehr rauschen

Spätestens jetzt sollte man schauen, daß man tendentiell-zügig das linke Ufer ansteuert, denn man merkt hier schon deutlich den Zug Richtung Wehr und es gilt, die kleine Anlegetreppe links im Bild zu treffen. Zu allem Überfluß liegt seit Sommer 2001 ein Baum vor dieser Treppe, man kann sich also nicht mehr am linken Ufer entlangschleichen, sondern muß den Baum umfahren und dann zusehen, daß man das Ufer erreicht, bei Hochwasser Sekunden erhöhter Anspannung....

.....denn kurz hinter der Aussetzstelle kommt der Schleudergang bei 360° :-)
Den zweiten Durchlaß von links kann man zwar in lebensverneinender Manier befahren, aber besonders materialschonend ist das sicher nicht, ich habe bis jetzt auf dieses zweifelhafte Vergnügen verzichtet.

Und so endet der fotografisch dokumentierte Abschnitt dieser Fahrt auf der ramontischen Kiesbank unterhalb des Wehrs, im Sommer eine beliebte Badestelle, in der Übergangszeit oft von Anglern belagert.

Die restlichen 8 Kilometer bedürfen ja keiner Erklärung, jeder KSC'ler kennt diesen Abschnitt auswendig, aber trotzdem werde ich diesen Teil später im Winter bei Eis und Schnee fahren und die Bilder dann hier 'reinstellen. Das gleiche gilt für die paar Kilometer Innerste.

Ich hoffe, ich habe Euch nicht gelangweilt und dem einen oder anderen Appetit auf diese doch eindrucksvolle und abwechslungsreiche Tour gemacht, wer Lust hat, mitzufahren, ist jederzeit herzlich eingeladen, mitzukommen, Anruf oder Mail genügt. Einzig, alleine und ausschließlich äußere widrige Bedingungen (Extremhochwasser, Schneeregen, Temperaturen über 25°C) können mich von dieser Fahrt abhalten, howgh!

Jo K.