Leine

BeElzebuben an der Leine

Von Elze zum Club - spielen Micha und Jo BeElzebub :-)

Am Sonntag, den 20. Mai stand die Befahrung der Leine von Elze zum KSC an. Teilnehmer waren meine Wenigkeit und Micha. Das war ja im Oktober 2000 eine meiner ersten längeren Touren überhaupt mit meinem neuen langen Luschi 'Dionysos' und da ich vorher fast ausschließlich mit einem Wildwasserboot gekämpft habe, war es eine Fahrt voller Überraschungen in jederlei Hinsicht. So hatte ich mir auf jeden Fall geschworen, diese Fahrt bis auf Weiteres nicht mehr alleine zu machen :-)

Denn die obere Hälfte ist landschaftlich interessant, hat es aber fahrtechnisch in sich, jedenfalls für Anfänger und bei Niedrigwasser (Schwälle in Kurven, S-Förmige Fahrrinnen, die man tunlichst genau fahren sollte). Die untere Hälfte ab Einmündung Innerste ist ja Standardprogramm.

Doch Micha und ich sind über das Stadium des UAP (Unfähigster anzunehmender Paddler) weit hinaus und die Leine hatte an diesem Tag genug Wasser. So stand der Tour nichts im Wege, wir trafen uns Punkt sieben Uhr beim Verein (meines Erachtens eine perfekte Zeit für Sommer-Tagesfahrten, wenn ich höre, daß 10 Uhr gewünscht wird, rollen sich meine Zehennägel, aber lassen wir das ;) beluden die Autos und fuhren gen Elze. Hatte ich mich letzten Oktober noch halb tot gesucht nach einer Einsetzstelle so fuhren wir jetzt direkt vorm Bahnhof links über die Gleise und dann gleich an die Dirk'sche Saale. Mit Erleichterung stellte ich fest, daß doch etwas mehr Wasser drauf was als letztes Jahr, wo man sich bis zur Leine 2 km weiter fast von Stein zu Stein kratzen mußte.

Das Einsetzen war wie gewohnt kniffelig, bei 5,20 Meter Bootslänge und einer Breite der Saale von 1.20 Meter sowie brennesselübersäter Steilböschung - aber frei nach dem Motto: 'Rein, egal wie!' gelang uns auch dies und so ging es gemächlich Richtung Leine. Immer schön in der 60-cm-Fahrrinne, aber nach 1 km kam schon der andere Arm der Saale hinzu und von da ab war es schon fast eine Großgewässerfahrt. Nach 2 km war an der Eisenbahnbrücke die Leine zu sehen, meine Erinnerung, daß an diese Stelle die Leine eine scharfe Rechtskurve macht, und man voll von links in diese Strömung einfahren muss, täuschte mich nicht, hier hieß es: 'Ackern wie die Hafendirnen', wer sich hier treiben läßt oder die Sache zu halbherzig angeht, macht 1 Sekunde später Bekanntschaft mit einer wunderschönen Steinböschung incl. Rheuma-Brennesselkur.

Bis Burgstemmen ging es dann an mit Bäumen bewachsenen Ufern vorbei, die Leine erinnert hier irgendwie an das Stück unterhalb vom KSC ab dem Wehr. An Burgstemmen hatte ich ungute Erinnerungen, direkt hinter einer Linkskurve ging damals ein wüster, schmaler Schwall unter der Straßenbrücke genau in Richtung Baum, aber dank des höheren Wasserstandes konnte man diesmal fast nebeneinander fahren und der Sache einen hohen Spaßfaktor abgewinnen. Ab da verschwanden die Bäume fast ganz und es ging durch eine Wiesenlandschaft Richtung Marienburg.

Am linken Ufer verlief eine Wanderer-Autobahn, unzählige, mehr oder weniger straff organisierte Gruppen marschierten hier am Ufer entlang, vom vielen 'Moin, Moin-Rufen' und der dafür nötigen Halsdrehung links bestand akute Halswirbel-Verrenkungsgefahr. Schließlich erreichten wir das Wehr bei Schulenburg, und da es geschlossen war und die Böschung dank des höheren Wasserstandes gut befahrbar war, setzten wir links direkt beim Wehr aus, und karrten die Kähne unter den argwöhnischen Blicken einer Anglerin nach unten um.

Von hier wurde die Fahrt ziemlich rasant, der Schwall unter der Brücke hatte es wirklich in sich, es empfiehlt sich, hier wirklich möglichst schnell und konstant zu paddeln und sich da nach Möglichkeit nicht schräg hineintreiben zu lassen, den da ist ein netter Doppelstrudel mit viel Hunger ;-) Micha fuhr den rechten Bogen und hatte es dort mit einem Absatz zu tun, aber wir kamen beide glücklich durch. Von da bis zur Einmündung der Innerste ist es sehr abwechslungsreich, und einige Schwälle gestalten die Fahrt mitunter sehr amüsant. Aber im Gegensatz zu einer Befahrung bei starkem Niedrigwasser hat man immer genug Spielraum zur freien Entfaltung seiner Kreativität und muss nicht alles daran setzen, den Fahrrinnensucher um jeden Preis zu spielen.

Nach knapp 3 Stunden erreichten wir die Einmündung der Innerste, und von hier ab erkenne ich zumindest jede Kurve am Geruch. Wir rasteten dann auch kurz vor der Brücke bei Koldingen und bei Weißwein und Weißbrotstulle ließen wir es uns gutgehen. Dann ging es weiter Richtung Wolle-Wehr, da es meine erste Fahrt dieser Strecke im begrünten Zustand war, fand ich es im zarten Grün doch ganz apart und werde wohl doch mal wieder ab und an im Sommer meine Sarstedt-Tour machen.

Am Maschsee trennten sich dann unsere Wege, ich machte meine obligatorische Runde um das Hannover'sche Binnenmeer und begab mich dann ganz gemächlich Richtung Verein wo ich dann bei einer kühlen Weizenkaltschale die Fahrt ausklingen ließ.

Fazit: Wird sicher nicht meine letzte Fahrt auf dieser Strecke, für einen Tagesausflug sehr geeignet, aber beim nächsten Mal könnte man ja auch gleich mal von Freden oder Alfeld fahren....;-)

JO Kaiser