Mecklenburgische Seenplatte 2002

McPomm ganz allein, paddeln im Sonnenschein -
kaum kamen die Andern, hieß es im Regen wandern

Ganz so pauschal kann man es nicht beschreiben, aber wie schon letztes Jahr hatte ich im ersten Teil der Tour, die ich im Alleingang machte, relatives Glück mit dem Wetter. Anfangs fast schon zuviel der Sonne, änderte sich das Wetter schlagartig, sobald sich der Rest der angedrohten KSC'ler dazugesellte, doch im Gegensatz zu letztem September, wo es nach dem (ungeplanten) Treffen mit Matthias und Francoise wirklich 3 Tage fast am Stück durchregnete, gesellten sich diesmal doch längere lichte Momente dazu.

Doch eins nach dem anderen, ich begann meinen Trip ja schon am Montag, den 22.4, am Mittwoch stieß Ali dazu und Freitag abend rollte dann die restliche Meute an. Wie ihr bemerken werdet, habe ich diesmal auf Aufnahmen auf dem Wasser, also während der Fahrt verzichtet, wer daran Anstoß nimmt, den lade ich herzlichst zu einer Probefahrt mit 'Yves' ein (Ersatzkleidung bitte nicht vergessen, Kenterbier/wein geht aufs Haus ;-) Auch sind manche Bilder doppelt belegt, also einfach mal mit der Maus fuchteln.

Montag, 22.4 Anreise und erste Erkundungen unter Ententeichbedingungen (12 km)

Gegen 8.30 begann ich beim Verein mit dem Beladen des Vehikels, das Boot hatte ich schon am Donnerstag zerlegt, gegen 9 Uhr hatte ich alles im und auf dem Auto und bei strahlendem Sonnenschein ging es dann über Hamburg völlig problemlos über die Zonengrenze A.D. Richtung Waren. Die Teilung erwies sich wirklich als Segen, das Boot war wirklich kaum spürbar im Gegensatz zum Transport am Stück (s. Bild weiter unten), schon hinter Hamburg hatte ich mehr Nerven gespart, als die 3 kg Mehrgewicht jemals wieder beim Schleppen fordern werden.

Gegen 14 Uhr landete ich dann auf dem Campingplatz 'Kamerun' kurz vor Waren, die heilige Mittagsruhe wollte ich natürlich nicht stören und so nutzte ich die heilige Stunde zu einem kleinen Rundgang. Nach den Formalien (Tausch Ausweis gegen Chipkarte) ging es dann ans Zeltaufbauen, bei über 20°C, sengender Sonne und der Abwesenheit jeglichen Lufthauchs eine schweißtreibende Angelegenheit:


Ächz, fertich - jetzt kann eigentlich nix mehr schiefgehen

Nach getaner Arbeit drehte ich erstmal eine Runde um die Binnenmüritz Richtung Waren (im Hintergrund), dort legte ich an und holte mir den ersten Räucherfisch, wirklich schön gestaltet, das Städtchen, wenn auch mit leichter Schicki-Micki-Tendenz direkt am Hafen. In einem Anfall von Übermut zog ich dann noch 3-4 km Richtung Müritz-Mitte (also die richtige große Müritz), wirklich genial endlose Weiten, die Versuchung war groß, direkt quer 'rüberzuziehen, aber gegen 19 Uhr zog es mich dann doch zurück ins Feldlager. Die Beleuchtung in den Waschräumen war wirklich genial gesteuert, mit Sensoren wird beim Betreten eine Batterie Leuchtstoffröhren angeworfen, nach 2-3 Minuten ohne deutliche Bewegung (profanes Zähneputzen und Ankleiden zählt nicht) erlöscht das Licht schlagartig und läßt sich nur durch Aufstehen oder Hin-und Hergehen wieder beleben. Als elektrotechnisch halbgebildeter Mensch konnte ich da nur mit dem Kopf schütteln, was aber den Sensor nicht gerührt hätte.


So langsam kehrt wohlverdiente Ruhe ein


Dienstag, 23.4 Waren - Röbel - Waren (40 km)
(oder der Tag, an dem ich das Skeg lieben lernte)

Der Tag begann diesig bis bedeckt, eine mäßige Westbrise war über Nacht aufgekommen, am Westufer merkte man aber nicht viel davon.



Morgenidylle - die Welt ist noch in Ordnung

Geplant war eigentlich eine Tour westwärts durch die Elde (Verbindung zwischen Müritz und Kölpinsee) über letzteren schön am Nordufer entlang weiter über den Fleessensee Richtung Malchow und dann wieder brav am Ufer entlang Richtung Waren.

Soweit zur Theorie, ich zockelte also durch den schnuckeligen Eldekanal Richtung Kölpinsee und wie mit einer Faust getroffen sah ich mich von einer Sekunde auf die andere mit schaumbekronten Brechern der 1-Meter-Plus-Klasse konfrontiert, die der eigentlich nicht allzustarke Westwind (4 Bf) auf den 6 km Breite des Sees aufgeschaukelt hatte. Innerhalb von Sekundenbruchteilen entschied ich mich für den Rückzug, die Tatsache, daß mein Schiff rückwärts genauso schnell ist wie vorwärts, kam mir sehr entgegen, nach 1 Minute höchsten Adrenalinspiegels hatte ich mich in die Elde gerettet.

Da blieb nur der Rückzug Richtung Müritz, auch wenn ich ein paar Tage später auf anderen Seen ähnliche Bedingungen vorfinden sollte, so ganz alleine und auf den Riesenseen war mir die Sache zu heiss, und ich beschloß, meine eigentlich für den nächsten Tag geplante Tour hart am Westufer entlang Richtung Röbel vorzuziehen. Immer schön am windgeschützten Westufer ging es dann südwärts, die Müritz ist dort ziemlich flach und genialerweise glasklar, man kann also bis auf den Boden schauen, ist eine Art 3D-Paddeln, bei dem man in der Luft zu schweben scheint. Schon 500 Meter vom Ufer entfernt sieht die Welt aber schon anders aus, man hat aber immer hin die Wahl des Wellenniveaus.

Gegen 13 Uhr erreichte ich Röbel, meine Am-Ufer-Langschleich-Taktik hatte sich bis dahin bewährt, nach einer zweiten Räucherfischeinlage incl. kleinem Regenguß ging es dann wieder zurück gen Norden. Der Wind hatte inzwischen auf Nordwest gedreht und deutlich an Stärke zugenommen, so konnte ich mich nicht mehr an der Landzunge auf halber Strecke an Land vorbeimogeln, sondern mußte quer darüberziehen, dazu kam noch ein kräftiger Regenguss, mein Südwester kam zu seinem ersten Einsatz - und versagte gleich- , der Knopf zum festzurren blieb im Bootsnetz hängen und lag Sekunden später auf dem Grund der Moritz. Irgendwie gelang es mir dann doch, das rettende Ufer zu erreichen.

Doch auch hier kam der Wind von schräg vorne, erst der Einsatz des Skegs brauchte Ruhe in die Fuhre, ohne dieses segensreiche Teil hätte ich mir wohl die rechte Arschbacke beim Ausgleichskanten wundgesessen, mit Autopilot ging es dann aber souverän die 12 km zurück Richtung Waren, ein vorbeirauschender Ausflugsdampfer brachte mich dann auch nicht mehr in Wallung. Auf jeden Fall war ich nicht unfroh, nach meiner ersten Großseenfahrt meinen Campingplatz zu erblicken, die Müritz ist doch noch eine Nummer zu groß für mich, jedenfalls bei unbeständigem Wetter.

Auf jeden Fall beschloß ich, die Müritz-Session abzubrechen, ich hatte ja die Tour vom zweiten Tag schon heute gemacht, und mich lieber mal auf die kleineren Seen zu stürzen, also machte ich mich am nächsten Tag auf den Weg nach Mirow. Bei Kurzstrecken lasse ich den Kahn am Stück:



Wer fährt denn hier wen?

 

Mittwoch, 24.4 Mirow - 'Alte Fahrt' - Mirow (35 km)
(so langsam fährt man sich warm...)

Bei der Kanustation Mirow schlug ich mein nächstes Lager auf, der Platz ist auf einer Anhöhe in einer Bucht wunderschön gelegen, leider verläuft (wie in Waren) die Straße in unmittelbarer Nähe, also blieben die Ohrstöpsel nicht arbeitslos. Egal, nach stressmäßigem Aufbau des Zeltes ging es gleich aufs Wasser, das Wetter war durchwachsen, aber trocken, der Wind blies unvermindert von Nordwest, aber heute konnte mich das nicht irritieren auf den schnuckeligen kleinen Seen. Die härteste paddeltechnische Herausforderung auf den ersten 8 Kilometern waren zwei Leihboot-Paddelgruppen, die ebenfalls dieselbe Tour machten, der Canadierknäuel war noch sehr mit der Steuerkunst beschäftigt und schnell abgehakt, eine Plaste-Einer-Kohorte war da schon hartnäckiger, der Versuch, meinen Überholvorgang durch wilde Beschleunigungsschläge zu verhindern, scheiterte jedoch schon im Ansatz, 30-40 Paddelschläge weiter waren auch diese Nervensägen außer Hörweite. Ich möchte nicht wissen, was hier im Sommer los ist.

Ab da herrschte Ruhe, durch kleinere und größere Seen und Bäche ging es nach Norden, das nächste Mal werde ich wohl in Granzin mein Lager aufschlagen, das liegt wirklich granzinlos ruhig und idyllisch. Nach 2 Stunden Zockel-Genußmodus erreichte ich den Woterfitzsee, diesen gilt es entlang der Tonnen in ost-west-Richtung zu queren, bei dem doch noch recht frischen Nordwestwind mal wieder ein Fall für Inspektor Skeg-Vollgas. Dann wieder ein kleiner idyllischer Bachlauf, ich hatte schon aufgehört, die Eisvögel zu zählen und auch die Reiher nahm ich schon gar nicht mehr wahr.

Dann näherte ich mich der Bolter Mühle, mit Abstand die beschi**enste (im wahren Sinne des Wortes) Umtragestelle meiner jungen Paddelkarriere, an einem Abwasserrohr vorbei galt es, meinen Fünfachzich-Kahn an einen schräg links endenden Schlammweg zu bugsieren und sich dann mit Todesverachtung herauszuwuchten. Brrr, nix wie weg da, leider erwies sich die Einsatzstelle als eine Verschlimmbesserung, eine trübe, stinkende flache Brühe - ich beschloß, meine Mittagspause zu verschieben. Dort traf ich auf einen Kollegen im Leih-Zweier, die vordere Luke bot seinem kapitalen Riesenschnauzer gerade genug Platz.

Wir paddel-smalltalkten ein bisschen, die Müritz war ja nur noch einen Katzensprung entfernt, ich war ja fest entschlossen, beim geringsten Zweifel wieder umzukehren, erhielt aber von unserem Aushilfs-Paddler den grandiosen Ratschlag: "Er habe gehört, daß man auch bei Wind fahren könne, wenn man durchs Schilf fährt' Also da war ich ausnahmsweise mal sprachlos, also wenn er diesen 'Super-Tipp' vom Verleiher bekommen haben sollte, dann sollte man den mal bei Windstärke 8 mitten auf der Müritz aussetzen, dann kann er mal seinen Schilfgürtel suchen... Es ging dann noch 2 Kilometer durch den Bolter Kanal, ein Motorboot kam mir mit Affenzahn in einer Kurve entgegen, nahm dann in letzter Sekunde das Gas weg, was aber den Wellengang eher verstärkte. Mal gut, daß mein Kahn für starken Wellengang konzipiert ist, sonst hätte es mich gnadenlos gerissen.

Kurz darauf kam dann auch die Steganlage bei Boek in Sicht, jetzt waren es nur noch ein paar hundert Meter zum Point of (no) return, ich fuhr mit langsamster Fahrt Richtung Müritz, ja wo bleibt sie denn?, es wurde heller und heller und plötzlich war ich driiiin. Kein Wind, keine Wellen, nur endlose Weiten. Na wunderprächtig, ich zog nach rechts und machte eine Pause beim Sandstrand am Campingplatz. Aber so ganz geheuer war mir die Sache nicht, und so machte ich mich schon nach 15 Minuten wieder auf die Socken.

In der Ferne war schon mein Kollege zu erahnen, der dank der fehlenden Motivation seines Vordermanns nur langsam voran kam, seinen Schilfgürtel hätte er aber leider mangels völliger Abwesenheit desselben nur schwerlich aufsuchen können, die Ufer waren wasserseitig bar jeder Vegetation, jedenfalls die ersten 2 Kilometer, die Müritz war auch hier wieder glasklar und noch in 500 Metern Uferabstand nur ca. 2 Meter tief, wie eine Paddel-Lotung ergab. Aber ich möchte nicht wissen, was hier bei Nord-Westwind los ist, wenn die Wellen über die sich im virtuellen Schilfgürtel befindenden Paddler herbrechen ;-)

Doch heute zockelte ich seelenruhig Richtung kleine Müritz und passierte diese bei völliger Windstille, ab hier wiederum hätte ich nichts gegen eine leichte Brise gehabt, doch Petrus hatte kein Einsehen, und so ging es in die Müritz-Havel-Wasserstraße, die mich die nächsten 5 Kilometer begleiten sollte, diese zieht sich schon ganz schön in die Länge, obwohl die Ufer eigentlich ganz abwechslungsreich ist und das eine oder andere Motorboot für ein bisschen Stimmung sorgte. Doch gegen 15 Uhr kam die Schleuse bei Mirow in Sicht, das freundliche Angebot, gleich durchzuschleusen, wies ich freundlich ab, da mein Hinterteil doch nach Entpannung rief.

So setzte ich nach einer halben Stunde Müßiggang wieder ein, bog nach 500 Metern links ab nach Mirow, nach einer kleinen Stadtrundfahrt mit Rundgang ging es dann über den Mirower See wieder zum Basislager zurück. Schon beim Anlanden bemerkte ich eine verdächtig bekannte Erscheinung beim Zelt, welches sich beim Annähern als Ali samt Ausrüstung entpuppte. Das Hallo war groß, ich hatte ihm eigentlich nur gesagt, wann ich mich ungefähr wo befinde, aber sein Instinkt hatte mich zielsicher gefunden. Ich half ihm dann beim Aufbau seiner Zeltkonstruktion, eine obskure Kombination aus 70er Jahre Tunnelzeltchen, bedeckt mit einem Riesen Hai-Teck Tarp der neuesten Generation. Aber über Ali und seine Ausrüstung könnte man ein Buch schreiben.

Er nutzte auch seinen mitgebrachten Drahtesel für den ersten (und letzten) Einsatz, eine Einkaufsfahrt nach Mirow, das reichlich mitgebrachte Wernesgrüner in Dosenform sorgte für Stimmung am Abend, der dann auch recht früh ausklang. Morgens sah es dann so aus:


3 Charakterköpfe räkeln sich im Morgenidyll / Frontmänner


Mittwoch, 25.4 Mirow - 'Rätzseerunde' - Mirow
(Im Duett- hauen wir 40 Kilometer weg)

Der Tag startete wie immer früh, jedenfalls was mich angeht, nach einem kleinen Morgenspaziergang schmiss ich Ali aus seinem Verschlag, bei einem ausgiebigen Frühstück (m.W.: Früchtemüsli mit Grapefruitsaft und eine Dose Heringsfilet in Pfeffersauce ;-) wurde die Strategie des Tages besprochen oder vielmehr mitgeteilt, denn die Route stand ja von vornherein fest. Und so wartete ich fertig aufgerödelt lediglich eine halbe Stunde, bis auch Ali abmarschbereit war. Der Himmel war ziemlich bedeckt und auch der eine oder andere Tropfen verirrte sich auf unsere gestählten Körper, der Wind hielt sich aber heute vornehm zurück.

Nach knapp 2 Stunden hatten wir die Fleether Mühle erreicht, das Umtragen nutzten wir für eine strategische Pause. Die Paddeljacke hatte erstmal Großeinsatz, es regnete zwar nicht kontinuierlich, aber der eine oder andere Schauer ging doch über uns nieder. Ganz gemütlich ging es über den Rätzsee, nach einer Stunde rechts den schnuckeligen Drosedower Bek hinab. Konnte ich Ali's Redefluß bislang noch durch stufenloses Annähern an meine Solo-Reisegeschwindigkeit steuern, so war jetzt ein kurzes Machtwort fällig, geruhsam ging es dann weiter bis zur Brücke auf der halben Strecke, dort ließen zwei mit dem Auto angereiste Angler ihre Würmer tauchen, wir legten kurz recht an, beinahe hätte es mich da beim Anlegen geschmissen, da steigt man einmal mit der Paddelstütze aus, weil man sich wirklich nirgendwo festhalten kann, und klemmt wie ein Anfänger seine Spritzdecke fest...

Weiter ging's dann über den Gobenowsee (mangels mitgeführter Karte leichte Unsicherheiten beim Verlassen desselben) weiter quer über den Labussee nach Canow zur Fischräucherei, hier hatten wir unseren Saibling (Ali) bzw. Forelle (ich) redlich verdient. Alles 'runtergespült mit einer Maurerpulle Jever. Nach Überwindung der Mittagslethargie ging's dann Richtung Schleuse Diemitz, hier war keine Menschenseele zu erblicken, Ali wagte den Ausstieg und stöberte den Schleusenwächter auf, dieser schleuste uns dann während eines Wolkenbruchs durch. Nach der Schleuse zeigte sich die Sonne wieder und verwandelte die Luft in eine feuchte Suppe, die letzten 10 km zurück nach Mirow verliefen dann auch sehr schleppend, die Luft war im wahrsten Sinne des Wortes 'raus.

Doch gegen Abend kehrten wir wieder zum Zeltplatz zurück, Hut ab vor Ali, der diese doch recht lange Tour mit Bravour gemeistert hat mit seinem (dort noch dichten:-) Scout, aber wir beide gingen an diesem Tag doch recht frühin die Kischt, das wechselhafte Wetter forderte dann doch seinen Tribut.


Freitag 26.4 Kratzeburg- Granziner Mühle- Kratzeburg (Rundfahrt) 14 km
(Gammeltag und Einmasch der restlichen GladiatorInnen)

Der Freitag ist paddeltechnisch schnell abgehakt, nach verbringen der Fahrzeuge über einen haarsträubenden Schlaglochweg zum Campingplatz 'Naturfreunde' bei Kratzeburg und Errichten der Behausung:



Ei gestern ging's hier noch rein....


Aerodynamisch ausgefeilt

 


Prost Wernesgrüner!



David und Goliath

Die Kähne kaum geparkt, verfiel man in eine chronische Starre, einen Null-Bock-Modus, obwohl das Wetter uns prinzipiell wohlgesonnen war. Erst gegen Nachmittag gab ich mir einen Ruck, zwängte mich in meinen Neo und düste gen Granzin. Gemütlich ging es schonmal bis zur Umtragestelle bei der Granziner Mühle und noch gemütlicher wieder zurück zum Käbelitzsee. Hier drehte ich bei Ententeichbedingungen noch eine Ehrenrunde, dann trieb mich akuter Rieslingmangel zurück zur Basis.

Hier lungerte man weiter herum, bis dann gegen früher Abend Ernst und Christa aufschlugen, wir bauten schonmal die Zelte auf, denn die restlichen McPommer folgten dann im Dunklen, erst Stephie, das Schlußlicht machten dann Helge und Francoise, die Straßen waren dann doch etwas dichter als bei meiner Anfahrt. Schnell wurde dann noch das Gepäck verstaut und verräumt, dann ging's ab in die Heia

Samstag, 27.4. Kratzeburg - Granzin - Kratzeburg (10 km auf Schusters Rappen)
(Sturm und Regen - zur Kneipe sich bewegen)

Geweckt wurde ich von einem verdächtigen Rütteln und Prasseln und nach einem vorsichtigen Blick durch den halbgeöffneten Reißverschluß bot sich mir ein trauriges Bild, es regnete und stürmte vom Feinsten. Nach 30 Minuten innerem Kampf verließ ich dann meine fragile Behausung und stürzte mich in die raue Wirklichkeit. Bah, so richtig kam an diesem Tag keiner in die Puschen, da half auch kein noch so hoffnungsvoller Blick:



So'n Schietwetter!

Der Sturm und Regen nahm nicht ab, sondern eher an Intensität zu


Bin ich froh, 'ne Landratte zu sein

so versammelte man sich unter dem Vordach der Rezeption und improvisierten ein erstes deftiges Frühstück


alles Paletti, Alter...


Da kleben sie wie der Adler im Horst

So entschlossen wir uns nach kurzer, intensiver Debatte, einen Wandertag ohne Wasser einzulegen, ein jeder dichtete sich nach besten Kräften ab, die Autos wurden vor die Zelte gefahren und so ging es über verschlungene Wege Richtung Granzin, dort hatte ich ja letztes Jahr eine ur-nOstalgische Kneipe entdeckt. Und es wurde gehalten, was versprochen war, die Karte hatte nur eine dekorative Funktion, der Chef des Hauses bot nach einer Rücksprache mit der Herrin des Hauses in der Küche verschiedene, mehr oder weniger auf der Karte aufgeführte Gerichte an, die Bratkartoffeln dauerten zum Bleistift etwas länger, da sie noch abgekocht werden mußten. Letztendlich wurde aber jeder mit einem Gericht bedacht, welches signifikant seinen Wünschen entsprach, und man verließ nach über 2 Stunden Aufenthalt das Etablissement mit einem Gefühl der angenehmen Völle. Hier hatte wirklich noch alles Hand und Fuß.

Der Regen war wie weggeblasen, und so konnte man trockenen Fußes nach 'Hause' schreiten und die Klamotten stressmäßig trocknen. Auf dem Wasser war an diesem Tag trotzdem keiner mehr, abends verlegte man das Abendessen dann an den oberen Teil des Campingplatz unter einen Dachverschlag. Mit der Gewißheit, daß es nur noch besser werden konnte, lauschte man dann an seinem Kissen.

Sonntag, 28.4. Kratzeburg - Userin (24km)
(Endlich geht's los, das Wetter - wird immer better)

Am nächsten Tag konnte man die Sonne nicht nur erahnen, nein, mit einer Tube Sonnenmilch wäre man nicht allzu schräg angeschaut worden, und so verlegte man das Frühstück aufs Beach-Volleyballgelände



Das übliche kreativ-kulinarische Chaos / Helges Kampfkanadier

Danach wurden die Boote beladen, für mich und Yves hieß es: Luft anhalten. Aber wie durch ein Wunder hat mein Schüttgutrennfrachter alles ohne Verdauungsprobleme geschluckt, nichtmal der bei Pinot Noir notwendige Rückensack war vonnöten. Aber den hätte ich mir auch aus Schwerpunktgründen erstmal verkneifen müssen. Egal, mit vereinten Kräften wurden die Boote zu Wasser gelassen und es ging (mal wieder bei quasi Ententeichbedingungen) über den Käbelitzsee die Havel hinab. Die zusätzlichen 50 Kilo Gepäck hatten meinen Kippelkahn in einen bombensicheren Frachter verwandelt, der sicher wie eine Festung mit leichten Einschränkungen in der Wendigkeit, aber ohne Verlust an Geschwindigkeit durch die Wellen schnitt. Irgendwie werde ich Schwierigkeiten haben, den Kahn jemals wieder unbeladen zu fahren, was sich auch später als richtig erwies.

Gemütlich ging es die Havel hinab, an unserer Kneipe vorbei, die leider noch geschlossen hatte, sonst hätte man vielleicht noch einen Aperi-Paddel zu sich genommen an der Granziner Mühle hieß es dann: Aussteigen und umtragen. Glücklicherweise sind dort Loren vorhanden, die den Transport enorm erleichtern (wenn sie an der jeweiligen Stelle sind). Unsere liebe Paddelkollegen hatten aber den Wagen nach unten mitgenommen und so stiefelten Christa und ich dorthin und schafften 2 Loren herbei. Francoise kam uns mit dem Bootswagen entgegen, sah aber nachher ziemlich geschafft aus. Aber irgendwann waren alle Boote am Pagelsee angelangt:


nur echt mit der Schmutzkante / beidseitig

dort wurden erstmal die Energiereserven wieder aufgefüllt:



na Mädels, wie wärs mit uns drei?

weiter ging es dann Richtung Useriner See, aber erst galt es, zwei Seen an grünen Tonnen mittig zu durchqueren, der erste See (Zotzensee) war bei (inzwischen stark aufgefrischtem Südwind) kein allzugroßes Thema, da in Nord-Süd-Richtung, Stoff und durch, aber kurz danach galt es, den Jäthensee schräg von Nordwest nach Südost zu passieren, hier war der Wellengang schon etwas fordernder, da schräg von vorne, aber auch hier erwies sich die Kombination aus Speed, Gewicht und Skeg als eine Festung. Phänomenal gut kam auch Helge mit seinem neuen Edel-Einerkanadier zurecht, er bendshaftete sich immer hart am Wind durch die Wellen, da hatte das Dreamteam Hoppe-Hoppe schon gut zu tun, und auch die zwei Helmi-Damen taten sich an Helges schönen Rücken entzücken. Aber Hauptsache gut über den See gekommen, außerdem musste man ja auch immer ein Auge auf Kampf-Ali in seiner nicht gerade auf Seen bei Wellengang optimierten Schüssel haben, und die zudem auch noch leicht Wasser zog.

Es folgte bis zum Useriner See der wohl schönste Abschnitt der Tour, bis auf eine total verschlimmbesserte Umtragestelle bei Babke, wo man vorher die Boote vom Wasser ins Wasser ziehen konnte, mußte man sie jetzt heraus- und über einen mit Eisen beschlagenen Holzverschlag ziehen, auf Ernst's Stirn hätte man Eier braten können, doch dann man kam sich vor wie im Urwald, aber spätestens beim Erreichen des Useriner Sees war es vorbei mit der himmlischen Ruhe, es galt, gut 3 km gegen den Wind und die damit verbundenen Wellen anzukämpfen. Die ersten 500 Meter waren schon ganz schön heftig, man war wirklich froh, daß man sich in einen 'Kehrwind' hinter einer Landzunge retten und ein bisschen verschnaufen konnte. Den Rest der Strecke legten wir im Alles-oder-nichts Modus zurück, ich schaltete irgendwann gar in den Kampfmodus, von Welle zu Welle lief es besser, mein Schiff raste durch die Wellen wie Buttermesser. So erreichte ich den Campingplatz mit gut 500 Metern Vorsprung und hatte so die Möglichkeit, den Rest der Kämpfer abzulichten:



Ganz links ackert Ali, es folgt der Hoppe'sche Zwillingsbomber, dann Francoise und Stephie im Helmi-Frachter, ganz rechts führt Kampfsau-Helge das Feld souverän an ;-)


Inzwischen war auch wieder ein recht gepflegter Regen aufgekommen, uns so hieß es nach dem Anlanden zuerst:



Alle Mann/Frau ans Tarp!

Dann wurden die restlichen Zelte routiniert aufgebaut, wir erbarmten uns dann auch und plazierten Ali's Riesentarp dachförmig über seinen morschen Tunnel, so verbrachte er die erste Nacht ohne Tropfsteinhöhle.


Alles klar - auf der Andrea Userina


Montag, 29.4. Userin - Campingplatz am Gobenowsee (22km)
(In (Gegen)Windeseile zum endgültigen Stützpunkt)

Am nächsten Morgen schiffte es mal wieder wie aus Kübeln, und so versammelte man sich auch schnell unter dem Tarp, wo das übliche organisierte Frühstückschaos herrschte:


Einmal Schlemmerbrot, bitte....

Stolz der KSC-Flotte


Es war wirklich kein Vergnügen an diesem Tag, die Boote zu beladen, alles triefte irgendwie, man war heilfroh, neben dem vielen Wasser auch noch Platz für das Gepäck in den Booten zu finden, doch wat mutt, datt mutt, und so setzte man gegen 10 Uhr ein, um schon einen Kilometer wieder bei der Useriner Schleuse auszusetzen. Hier konnte man die Boote von Wasser zu Wasser ziehen, aber dennoch hielt dieses Einzelbootverrödeln ziemlich stark auf, als Ersteinsetzer zog ich schonmal den obligatorischen Kilometer über den doch recht bissigen großen Labussee und wartete in der schützenden Havel auf den Rest vom Fest.

Dann ging es 3 Kilometer durch einen romantischen, witterungsbedingt mal nicht motorbootverseuchten Abschnitt der Havel, schon 500 Meter vorher machte sich der berüchtigte Woblitzsee bemerkbar, mit gehörigem Respekt befuhr man denselben, aber die Katze hatte Ihre Krallen bei Weitem nicht ausgefahren und so zog man ralativ unbehelligt Richtung Wesenberg, bzw. die gleichnamige Schleuse. Trotz nagendem Hunger schleusten wir noch, und bogen 1 Kilometer später über eine 270°-Kurve in die Schwanenhavel ein, ich mußte alle Register ziehen um meinen störrischen Bock um die Ecke zu zwingen.

Ab da wurde es sehr beschaulich und eng, nach 500 Metern fand man dann eine leidlich kompatible Aussetzstelle, nach einem abenteuerlichen Drehvorgang (6 Meter Bachbreite bei 5,80m Bootsbreite, fragt mich nicht warum, alte Gewohnheit, ich lege lieber mit der linken Seite an) schwang auch ich mich ans Ufer, gemeinsam nahm man sein Mittagsmahl ein. Nach dem Einsetzen ging es weiter die Schwanhavel hinab, ich stieß dann auch schnell an meine steuertechnischen Grenzen, mit ein bisschen Strömung rutscht der *rsch halt besser um die Kurve. Es begegneten uns dann noch einige Falterboote, es war richtig wildromantisch, aber es wurde immer schmaler und auch schnell wurde eine leichte Gegenströmung bemerkbar.

Doch kurz bevor leichte Schweißperlen auf meine Stirn traten, machte sich ein verdächtiger Schilfgürtel bemerkbar und es wurde deutlich lichter, kein Zweifel, der Plätlinsee rückte in greifbare Nähe, doch richtige Erleichterung wollte sich beim Anblick der zahlreichen Schaumkronen nicht einstellen, die Sonne schien zwar inzwischen fast ungehindert, aber ebenso dreist fegte ein heftiger Wind von Süden über den See, was bei einer nötigen Querung nach Süden für ordentlich Adrenalin schon beim Anblick sorgte, aber es half nix, da mußte man durch, um die Tagesetappe fortzusetzen.

Die folgenden 5 Kilometer waren wirklich ein wilder Ritt, die geforderte mittige Querung entlang der Tonnen war beim besten Willen nicht zu bewerkstelligen und so drückte man sich am rechten Ufer entlang, aber nach den ersten Kilometern kam bei mir jedenfalls zum Adrenalin auch das Endorphin dazu, und wie entfesselt raste ich gen Süden. Aber alle schlugen sich tapfer, und so erreichte man nach einem wilden Ritt die Umtragestelle bei Granzow. Der Plätlinsee hatte gehalten, was der Woblitzsee versprach.

Hier kam jetzt erstmals der Bootswagen zum Großeinsatz, es galt, die Boote 500 Meter über eine Straße zu karren, an einer Gruppe jugendlicher Paddler vorbei (noch lachten sie über uns, aber ohne Bootswagen.....;-) und wieder an einem wunderschön idyllischem See eingesetzt. Aufgrund akuten Spritmangels schickte Ernst mich noch in den Tante-Emma-Laden des Dorfes, der Wunsch nach einem Martini stieß dort auf absolutes Unverständnis 'sowos gäht bei uns nisch', also erwarb ich eine Flasche Kirschwein (9,5 %vol) und eine Flasche Kirschlikör (22%vol), das Cuvée würde wenigstens den erwünschten Umdrehungsgrad von Martini (15%vol) erreichen.

Weiter ging es durch einen kleinen paddelbreiten Bach in Richtung Klenzsee, dann bekamen wir auf dem Gobenowsee nochmal richtig Seitenwind, die letzten Meter zum Campingplatz stellten die Koordination nochmal auf eine harte Probe, zumal noch ein Windsurfer mehrfach unsere Bahn kreuzte, wenigstens schien er was von seinem Fach zu verstehen. Das Wetter hatte sich ja wieder wesentlich gebessert, die triefenden Klamotten wurden schnellstmöglich in den Wind gehängt und trockneten in Rekordzeit, bevor sie von einem kurzen, intensiven Schauer wieder bewässert wurden, es sollte aber der letzte größere Guß auf der Tour bleiben. Gut, daß wir so früh angelegt hatten, kurz nach uns kam eine Abordnung von Plastekanadiern an Land, diese mußten sich mit der zweiten Reihe zufriedengeben, nach Einrichten des Feldlagers gingen wir zum gemütlichen Teil über,


ohne Worte :-)

laber, laber.... / grins

 

Dienstag, 30.4. Campingplatz am Gobenowsee - Rätzseerundtour(22km)
Fischorgie und letztes Mobilisieren der Reserven

Am nächsten Tag holte Ernst die (per Sklavenknochen vorbestellten) Brötchen und nach einem klassisch dekadenten Frühstück ging es dann unbeladen auf große Fahrt. An die dekadenten vollbepackten Tage gewöhnt, war es für mich wieder eine Riesenumstellung, unbeladen ist und bleibt Yves eben ein notorischer Zappelphilipp und ich müßte mich wieder an die Tatsache gewöhnen, eher auf als in den Wellen zu fahren. Doch noch hatten wir ja Schonfrist, erst auf dem Labussee ging es dann richtig zur Sache, zwar nicht schlimmer als während der letzten Tage, aber unbeladen raste ich von einem Adrenalinstoß zum anderen, ich entschloß mich dann, fast gegen die Wellen zu kreuzen, die Konsequenz war, daß ich einmal quer über den See ziehen mußte, ein querendes Motorboot ließ dann bisher nie dagewesene Wellenberge in meine Richtung rollen, doch mit Schmackes ging es auch da hindurch, erst kurz vor dem Westufer kam wieder Ruhe in die Fuhre und ich konnte in den Hafen der örtlichen Fischerei einlaufen und erstmal verschnaufen.

Die anderen waren geradeaus über den See gefahren und schlichen sich jetzt am Ufer entlang in meine Richtung, wäre vielleicht auch sinnvoller gewesen, aber: je ne regrette rien/ich bereue nichts. Auf jeden Fall überfielen wir dann den kleinen Fischerladen, je 1 Forelle, Saibling, Aal und eine Scheibe Wels wurden fürs Abendmahl gesichert, zwar alles Ausländer aus Dänemark/Frankreich, aber geschmeckt hats trotzdem/gerade deswegen?... Dann zogen wir erstmal ins Dorf und nahmen im ersten Hause am Ort draußen Platz. Etwas wagemutig, entweder wurde man geröstet oder vom Wind tiefgefroren. Egal, das Bier zischte, der Fisch war sehr lecker, ein jeder kam auf seine/ihre Kosten, natürlich auch Rumpsteak-Stephie.

Nach angemessener Verdauungspause ging es dann weiter Richtung Diemitzer Schleuse, entweder war der Wind schwächer geworden oder die Nachmittagsmüdigkeit hatte meine Sinne umnebelt, der Rest-Weg über den See kam mir wesentlich ruhiger, fast sphärisch vor (vielleicht hätte ich auch den Tollenser Kräuterschnaps weglassen sollen ;*). Vor der Schleuse kam mir ein fragiles Wikingerschiff Marke Eigenbau knatternd in die Quere, generös ließ ich ihm den Vortritt. Die Schleusung verlief ohne Komplikationen, nach 3 Schiffslängen Beschleunigungs-Gnadenfrist hatte der Kahn meiner Meinung nach seine Höchstgeschwindigkeit erreicht, und bevor mich die Abgase vollends lähmten, zog ich links vorbei und bretterte Richtung Einfahrt zur Fleether Mühle, kurz darauf folgte das Hauptfeld und wir gondelten mit Rückenwind zur Fleether Mühle (bzw. der Brandruine) und trugen oder rollten die Kähne über die Straße.

Dort rasteten wir ein bisschen und nahmen unseren Tee, ich begab mich zum Campingplatz und wurde auch gleich wieder erkannt, mein Besuch letzten Herbst (und vor allem die Kneipkur) hat doch bleibende Spuren hinterlassen. Dann düsten wir weiter über den Rätzsee, mir Rückenwind eine saubere und rasante Angelegenheit, beim Einbiegen in den Drosedower Bek entledigte ich mich auch aller Oberbekleidung bis auf ein Anstands-T-Shirt und ganz gemächlich schipperten wir (ich & Ali zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage) dieses idyllische Stück Bach hinab. Ein zunehmender Wellengang verriet den nahen Gobenowsee, ich bekam den Auftrag, zum Campingplatz zu jetten und die Brötchenbestellung klarzumachen, so konnte ich einmal völlig ohne einen Anflug von schlechtem Gewissen 'voll Stoff' geben und erreichte kurz vor 5 den Campingplatz.

Die Concierge war vor ihrem Verschlag zugange und nahm die Bestellung entgegen, mit Hilfe meines angeborenen Charmes (Lass krachen, Alte! ;-) kam sie noch einmal mit zu dem Rudimentärkiosk, was ich dort mit viel Selbstüberwindung erstand, verschweige ich lieber, ein jeder hat es jedenfalls überlebt. Am Abend fand dann die große Räucherfischorgie statt:


ganz unten Saibling, rechts oberhalb Sushi...äh...Aal,
links darüber eine gemetzelte Forelle und oben ein französische Wels

danach schmeckte sogar der klare Schnahanahaps, und das Bett war heute zum Glück nicht weit weg.

Mittwoch, 1.5. Gobenowsee - Plau am See (ultimative Fischorgie) - Han(g)over


die letzten Minuten

Am nächsten Tag ging das große Packen und Verstauen los, zum Glück hatte Petrus noch einmal ein Einsehen, und so konnten wir unsere Sachen auch wirklich trocken ins Trockene bringen. Da es noch ziemlich früh am Tage war, beschlossen wir noch, einen kleinen Abstecher nach Plau am See zu machen und dort ein letztes Mal frugal zu speisen. Bis auf Stephie (die ihren Matthias um 14 Uhr schlagmichtot am Bahnhof abholen wollte) zockelten wir also alle nach Plau, dort fielen wir nach einem kleinen Stadtbummel im Restaurant 'Zur deutschen Eiche' ein, hier wurde jedem eine sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht perfekte Portion Zander serviert (nur Christa tanzte mal wieder schnitzelnd aus der Reihe ;-)

Und so fand diese geniale Tour ihr dekadentes und somit angemessenes Ende.

Also ich fand diese Fahrt mal wieder einsame Spitze, erst mein obligatorischer Ego-Trip, gefolgt vom Ali-Booster, und dann noch 4 Tage mit einer wirklich harmonischen Gruppe, die auch unter manchmal widrigen Bedingungen nie die gute Laune verloren hat, also während ich das hier schreibe, bekomme ich schon wieder Lust die Sachen zu packen. Spätestens im Herbst wird es mich wieder in die Gegend ziehen und dann werde ich meinen ersten Stützpunkt in/bei Plau aufschlagen, und den Rest der mir sich noch unbekannten Mecklenburgischen Seenplatte (die 3 großen Seen ganz links) abpaddeln. Auf jeden Fall habe ich auch paddeltechnisch viel gelernt mit meinem Kompromißlos-Genialboot 'Yves', also entweder muß ich noch 50 Kilo zulegen (worst case) oder mit Sandsäcken fahren oooder mir halt doch noch ein kleinvolumigeres Drittseekajak zulegen...)

in diesem Sinne.....etc, pipapo

JOachim