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Juli-Hochwasserfahrt

Ein verwegener Trupp macht die Stöcken'sche Seenplatte unsicher

Nach dem extremen Hochwasser im Frühjahr, was ja keine Besonderheit darstellt, sorgten sintflutartige Regenfälle Mitte Juli 2002 (über 100 Liter auf den Quadratmeter) für ein außerplanmäßiges Hochwasser. Das hält einen hartgesottenen KSC'ler jedoch keinstenfalls vom Paddeln ab und so traf man (Ich, Micha, Manuel, Volker, Christiane & Benno) sich am Sonntag, den 21. Juli gegen 10.30 Uhr beim Verein. Gegen 9 Uhr ging noch ein kräftiger Schauer nieder, und da ich noch leicht unter den Nachwirkungen einer Erkältung litt, traf ich meine Entscheidung sehr kurzfristig, ich sollte es nicht bereuen..

Ich hatte mal wieder meine Kamera dabei, irgendwann muss ich sie ja mal versenken, aber diesmal blieb sie trocken und so konnte ich die Fahrt mal wieder dokumentieren, ich werde auch ab jetzt die Bilder sprechen lassen und nur meine mehr oder weniger sinnvollen Kommentare daruntersetzen.

Also hier erstmal ein paar Bilder vom Land aus:

Steg unter..

Manuel bekommt erstmal kalte Füße beim Anblick der Fluten

Micha beim (ins) Wasser lassen

Unsere Sumpfpiloten werden übermütig

Unser Fahrtenleiter hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, und persönlich die Wassertemperatur überprüft, man beachte die frisch geölte und polierte Unterseite seines Bootes, die wohl (neben ein paar wilden Ziehschlagmanövern) nicht ganz unschuldig an der halben Rolle war. Dann hieß es 200 Meter Richtung Brücke: Manuel zog Micha - Jo zog Poppi

Dort galt es, den Kahn über die glitschige Böschung an Land zu bringen

und zu lenzen

dann noch das Cockpit rest-entfeuchtet

und nachdem auch noch die Ausrüstung wieder verstaut worden war

konnte es weitergehen, hier sind wir schon im Kanal kurz vor der Schleuse, ganz vorne rechts liegen normalerweise die Sonnenanbeter

ja, genau da vor dem Wald, wo es jetzt brodelt

geht es jetzt mit Karacho direkt in die Leine, normalerweise ist hier eine steile Böschung

kurz vor den Bäumen die Kurve gekratzt

geht es mit Schwung in die erste Kurve, hinter den Bäumen rechts

beginnt die Herrenhäuser/Stöcken'sche Seenplatte

normalerweise weiden hier die rauhfutterverzehrenden Großvieheinheiten oder sonstige Viecher

Stöcken am See, wo gerade eben noch die Möven rasteten

bekommt Bauer Hansens Hänger nasse Füße

Micha und Benno umrunden den Schuppen

Auch Volker genießt die Freiheit

dann sammelt sich die Mannschaft

und weiter geht's, also wo die Leine zu vermuten war, da herschte schon eine gewaltige Strömung, bei dem Gedanken, da wieder zurückzukeulen, wurde mir schon etwas mulmig.

Der nächste See, Michas Plan war ja, wieder Richtung Kanal zu fahren, irgendwo da hinten...

Die 4 Muskeltiere

Ein Stück weiter unten, irgendwo dahinten fließt die Leine unter der Eisenbahnbrücke durch, also mir kamen ganz langsam Zweifel an Michas 'Einfach mal schnell über die Wiesen Richtung Kanal und zurück'-Plänen, auch zogen wieder bedrohliche Wolken auf.

Das ist hinter der Eisenbahnbrücke, rechts ist ein Stacheldrahtzaun, man konnte sich dicht an der Brücke gerade so drüberquetschen, ich habe mich unter dem Gerüst durchgemogelt, mit einem Affenzahn und Herzschlag Anschlag Oberkante, da es nur eine knapp 2-Meterbreite Stelle gab (ganz links), wo man überhaupt durchkam, ich rette mich auch gleich ins Kehrwasser. Christiane teilte uns auch mit, daß Benno an akuter Weiterfahrunlust litt, und so hier es dann doch: Im gleichen Fahrwasser zurück.

Es war auch eine ganz schöne Ackerei, Volker, Manuel und ich trennten uns von den Anderen, eine vermeintliche Abkürzung über eine Wiese führte uns beinahe in eine Sackgasse, Manuel fand noch einen knapp meterbreiten Ausweg durch Brennesseln und Gestrüpp, auch die Passagen mit der bei der Abfahrt so rasanten Strömung forderten 100% Konzentration und Kraft, meine Kamera blieb also bis zum Kanal, den wir nach gut einer Stunde ziemlich abgekämpft erreichten, in der Tasche.

Dann galt es, die letzte Hürde, den Schwall vom Kanal zur Leine zu nehmen, manch einer brauchte da ein paar Anläufe, doch schließlich

hatten wir den Kanal erreicht, und die Sonne schien auch schon wieder

ganz hinten Micha, Volker und Christiane beim Überwinden der Stufe

und mir Karacho ging es dann wieder Richtung Verein

Nix wie raus hier...

und erstmal eine Runde relaxen :-)

 

Das war unsere außerplanmäßige Hochwasserfahrt, hat schon eine Menge Spaß gemacht, wenn man die mehr oder weniger kurzen Momente der leichten Orientierungslosigkeit und die doch etwas heftige Rückfahrt leicht glättet, mein revier ist eben Leineaufwärts und ich freue mich jetzt schon wieder auf die nächsten Fahrten dort unter normalen Bedingungen.

Das nächste Hochwasser kommt ja noch früh genug....;-)

 

JOachim