over'

Zweitagesfahrt 'Rund um Hannover'

Ey boah ey, für 'ne Trainingsfahrt gibt's jetzt 'nen fetten Stempel.....;-)

Samstag (Gronau - KSC, 52 km)

Klasse erstmal, für meine Haus- und Hof-Trainingsstrecke (2001: Sarstedt-KSC, 2002 Elze-KSC, 2003 Alfeld-KSC) gibts jetzt tatsächlich 'nen Stempel, wenigstens einmal im Jahr, finde ich gut, ehrlich - hoffentlich setzt diese Fahrt längerfristig positive Signale und der Schuss geht nicht nach hinten los wie diese <zensiert> fadenscheinige Sperrung der Leine zwischen Ruthe und Koldingen anfang jeden Jahres....

Und jetzt haben wir sie also hinter uns, die Jungfernfahrt nach - durch und wieder zurück nach Hannover, vom Kaffeekränzchen-Paddler bis hin zum Kampfkilometerrunterreißer war für jeden was dabei, mit dem Wetter hatte man im Großen und Ganzen auch Glück, ab und zu eine willkommene Flüssigkeitskühlung am ersten und eine gepflegte Brise am zweiten Tag, verhungert und verdurstet ist sicher auch keiner, ganz sicher nicht am Sonntag bei uns am KSC (Stichwort: 3 Damen vom Grill;-). Ich konnte zwar als Absolvent der Maximalstrecken nur einen Ausschnitt der Tour erfassen, aber was ich sah, war sehenswert. Also von mir aus könnte sowas einmal im Monat stattfinden, und ich freue mich schon auf nächstes Jahr.

Doch jetzt versuche ich mal, etwas Struktur in diesen Bericht zu bringen und die Ereignisse chronologisch aneinanderzureihen, auf meine Knipse konnte ich mich dabei nicht verlassen, frei nach Fußballfilosof Lodda: (Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu), hatte ich die Kamera am Samstag beim PKN vergessen und am Sonntag machten die Batterien nach 5 Fotos schlapp, dankenswerterweise haben mir Micha und Maik ihre Schnappschüsse ins Postfach geballert, so kamen doch ein paar schöne Eindrücke zusammen, dann habe ich noch ein paar Bilder aus anderen Berichten geklaut, also kann's losgehen:

Samstag morgen war Sammelpunkt um 8 Uhr beim PKN, gegen 7.20 Uhr erreichte ich unseren Verein (KSC oder so irgendwie...), vorher begegnete mir Helge, der seinen Kanadier schon aufgesattelt hatte und schon pünktlich und vorschriftsmäßig auf dem Weg zum PKN war. Aber ich war ja schon vorbereitet, das Gepäck war schon im Auto, jetzt galt es nur noch, Yves aufs Dach zu packen, der Kampf 340 gegen 581cm war mal wieder kurz, heftig aber erfolgreich:

Das Bild ist zwar in McPomm entstanden, aber so in etwa sieht das aus, wenn ich auf Kurzstrecken keinen Bock auf die Teilungs-Schrauberei habe, ich war aber auch diesmal froh, als ich den Kahn auf den Gronau-Anhänger des HKC geladen hatte. Helge hatte freundlicherweise schon den formalen Kram erledigt und mein persönlicher Chauffeur Thomas Herzog stand dann auch schon mit laufendem Motor bereit, und mit einem kleinen Abstecher nach Misburg erreichten wir gegen 9.30 Uhr die Suburbs von Gronau und nach einer kleinen Stadtrundfahrt dann auch die Einsatzstelle kurz hinter dem Zusammenfluß des Wehrablaufs und dem Mühlengraben unter der Brücke. Mal gut, daß es die Woche zuvor trocken war, in feuchtem Zustand bedeutet diese Stelle sicherlich eine Schmodderschlacht, dann oder überhaupt sollte man doch vielleicht auf den 'Sandstrand' unterhalb des Wehres zurückgreifen.

Egal, drin ist drin, Punkt 10 Uhr waren die knapp 40 Paddler dann im Wasser oder wenigstens auf dem Weg dahin, mit einem etwas mulmigen Gefühl ging es dann den ersten Kilometer bachab, galt es doch, den Sohlabsturz hinter Gronau zu überstehen:

eine Woche vorher mit meinem Kurzboot 'Pinot Noir' (Prijon Kodiak, hier im Bild) war ich ja schon ganz schön ins Schleudern gekommen. Und wie erwartet scheute und bockte Yves wie ein wilder Hengst, als ich durch war, hatte mein Adrenalinpegel mal wieder schwindelerregende Höhen erreicht. Also da gehört wirklich eine Portion Glück dazu, jedenfalls mit diesem langen Elend von Boot und der Tag der halben (hoffentlich ganzen) Kenterrolle wird kommen. Gegen die Adrenalinüberflutung gibt es nur ein Mittel: 'Beide Maschinen volle Kraft voraus!', gegen 11.30 Uhr hatte ich Schulenburg erreicht. Die Strecke selber ist mir ja gut bekannt, Routine jedenfalls ab Elze, da schaltete ich einfach in den Trainingsmodus und kachelte durch bis Schulenburg. Dort begann dann die Arbeit ;-)

Zuerst legte ich links oberhalb des Wehres an, jumpte aus dem Kahn und zerrte ihn Richtung Wehrkrone. Dort war nämlich ein Trupp Paddler zugange, welche mich auf die Frage, ob dies die offizielle Umtragestelle sei, mit den Worten: 'Die anderen sind da hinten', Richtung Mühlengraben verwiesen. Und ich, die Einsatzstelle unterhalb des Wehres schon vor Augen, beging den Fehler, wieder einzusetzen und Richtung Mühlengraben zu paddeln. Das bedeutete: Aussteigen in Brennesseln, dann war der direkte Weg (auch schon 300-400 Meter) von irgendwelchen eingeschweißten Strohballen? versperrt, also mußte ich den Kahn 500 Meter über Stock und Stein um diese Schikane herumkarren, als ich dann den 'Parkplatz' , also die Einsatzstelle erreichte, hatte ich nur noch einen Wunsch: 'Ins Wasser und weg hier', so ein nett angerichtetes Schmalzboot und/oder eine Hopfenkaltschale hätte mit Sicherheit dafür gesorgt, daß ich mich eine Stunde nicht hätte rühren können. Gottseidank hatte ich auch den Geldbeutel beim PKN vergessen ;-) Also setzte ich gegen 11:55 Uhr wieder ein, auch die Einsatzstelle und die folgenden Untiefen sind für (m)ein Schlachtschiff suboptimal konfiguriert, als einzigen Vorteil dieser Stelle sehe ich die Möglichkeit, seine Karre gut parken zu können, und zum Einsetzen für die kurze Tour. Als Umsetzender wird mich dieser 'Folterparcours' nie wieder sehen, auf diese Art von 'Kanuwandern' kann ich verzichten, howgh!

So, wieder zur Tagesordnung, hinter der nächsten Kurve unter der Straßenbrücke lauerte die nächste paddeltechnische Herausforderung, ein kleiner aber feiner Schwall, von mir 'Ohrfeigenschwall' getauft, weil dahinter ein paar mächtige Strudel lauern, alle Kurzbootfahrer (<5 Meter) werden lachen, aber mit gut 5,60 Meter Wasserlinie kommt die Fuhre da ganz schön ins Schlingern und analog zur ersten Etappe reichte der Adrenalinstoß dann auch bis zum Ziel beim PKN. Nein, so wild war es natürlich nicht, aber ich zog bis zum PKN im schnellen Langstreckenmodus durch, ab Ruthe begann ich dann, das Feld von hinten aufzurollen, eine meiner liebsten Übungen ;-), hier kenne ich die Strecke ja im Schlaf, und so erreichte ich gegen 13:30 die Truppe beim PKN, ab jetzt muss ich mir auch den Mund nicht mehr fusselig reden, sondern kann die Bilder sprechen lassen:

Ähem, da hat mich Micha mal wieder 'in Flagranti' erwischt, ich habe das Bild auch lieber etwas verkleinert und an den Rand geschoben, um das Niveau des Berichts nicht allzusehr zu senken, auf jeden Fall ist die erste Aktion nach so einer Tour, mich von den Paddel-Klamotten zu befreien, da es etwas regnerisch war, habe ich mich nicht allzuweit vom Boot entfernt und bin also gerade dabei, meinen gestählten Astralkörper <RÄUSPER> von überflüssigem Ballast zu befreien, nehmts mal so, wie es hier steht ;-)

Irgendwann war auch Helge mit seinem Kanadier gelandet, entspannt und souverän wie immer, sicher fährt er nächstesmal auch von Gronau ;-)

Und so langsam trudelte auch das Hauptfeld ein:

Die folgende Bilderserie dokumentiert den Landevorgang von Thomas Herzog:

VENI...

VIDI...

VICI...

:-)

Und so füllte sich das Gelände des PKN langsam aber sicher:

Yves liegt mal wieder im Mittelpunkt und links drückt sich Helge vorbei, Flasch am Hals ;*)

Auf zum gemütlichen Teil, die die erste Weizenkaltschale verdampfte fast, bevor sie ihr Ziel erreichte, aber der Service beim PKN war sehr aufmerksam, hervorragend auch die obligatorische Paddel-Gulaschsuppe.

Von welcher Seite man auch schaute, eindeutig war der gemütliche Teil angesagt:

Irgendwann kam dann auch Uwe die Leine hochgepaddelt und gesellte sich zu unserer Truppe, hier sieht man das Triumvirat Micha, Helge und Uwe auf dem Horchposten:

So gegen 16 Uhr schwangen sich Uwe und ich in unsere Kähne und düsten die 10 Kilometerchen zurück zum Verein und so endete dieser Tag in vertrauter Routine. War eine schöne Trainingsfahrt mit passendem Rahmenprogramm :-)

Sonntag (Schneller Graben- großes Dreieck-KSC, 45 km)

Der nächste Tag begann peinlich, megapeinlich, das untere Foto zeigt Ernst beim Aufladen meines Bootes, welches daraufhin zusammen mit Carstens Boot zum schnellen Graben gefahren wurde. Es gibt auch zu viele Zeugen, um diesen 'Faux pas' unter den Tisch zu kehren, also stehe ich dazu ;-) Denn ich hatte mich mit Micha um 8 Uhr verabredet, das hätte incl. Rödelei locker gereicht um die 5 Kilometer zum Startpunkt (9 Uhr) am schnellen Graben zu paddeln. Leider hatte er verpennt und gegen 8.30 Uhr hätte ich Yves nehmen und volle Kraft keulen müssen, um in einer halben Stunde zum schnellen Graben zu düsen. Aber heute hatte ich mir einen gemütlichen Tag vorgenommen, die Kür sozusagen, nach der Pflicht gestern, und so hatte ich auch mein Kurzboot 'Pinot Noir' auserkoren, und so ging es locker flockig auf Ernsts' Dach zum schnellen Graben

Hier gelang mir noch genau ein Schnappschuss, bevor die Kamera in den Streik trat, hier erstmal ein Grüppchen, welches unterhalb des Wehres in den schnellen Graben einsetzt um bequem das große? Dreieck zu paddeln

Hier unser sympathisches Starterduo (eigentlich isses ja ein Trio ;-) Franco se und Janina, da möchte man am liebsten gar nicht ins Boot steigen.

Wir (Ich, Carsten und Volker) setzten auch oben in die Leine ein, paddelten gemütlich durch die Stadt und setzten dann beim Waterloo-Biergarten um. Die 300 Meter Umtragestrecke waren schnell abgehakt und so setzte man wieder beim Landtag auf dem extrem glitschigen Steinsteg ein, von unserer Gruppe gibts davon keine Fotos, aber Micha (und/oder Maik) hatten auf der Bildersuchfahrt (kleines Dreieck durch Hannover) die folgenden Bilder geschossen:

hmm.... hier bin ich mir nicht so sicher, wo dieses Foto geschossen wurde, ich vermute mal, daß es irgendwo auf dem Stück zum Landtag war..

Stau an der Einsatzstelle

jaa genau da geht's rein

und dann nichts wie ab durch die Mitte

Für die beide Gruppen ging es dann nach 3 Kilometern weiter zum KSC/Schleuse und dann für die Bildersuchfahrer nach einer kleinen Stärkung beim KSC wieder zurück. Die großen Dreiecksfahrer hatten sich da gerade erst warmgefahren und setzten bei der Schleuse mit Uwes und Alis Hilfe in die Leine um. Ein paar fleißige Heinzelmännchen hatten dort an der berüchtigten Steilböschung eine Holztreppe gebaut, so ging der Übergang vollkommen problemlos über die Bühne.

Die folgenden 16? Kilometer zum Mittellandkanal war ein Mix aus romantischem Gammelpaddeln ™, sportlichen Schwalleinlagen und einigen Windpassagen, wo knapp meterhohe Wellen für Stimmung sorgten, aber ansonsten ließen wir es ruhig angehen, und erreichten entspannt und ausgeruht den Mittellandkanal, wo wir eine ausgiebige Pause einlegten.

Diese sollten wir auch brauchen, denn der frische Westwind um Stärke 4-5 in Zusammenarbeit mit einigen dicken Pötten ließen auf den gut 2 Kilometern auf dem Mittellandkanal keinerlei Langeweile aufkommen, Auge in Auge mit den Dickschiffen ging es knapp an der linken Spundwand vorbei Richtung Leine-Aufstiegskanal, wo wir von einem süßen Rückenwind empfangen wurden, der uns dann auch sanft bis nachdrücklich bis zur Schleuse schob. Trotzdem zog sich der Kanal mal wieder ewig in die Länge, und ich war schon froh, als ich am Ende meines obligatorischen Endspurts die Umrisse von Ali und Uwe erblickte, die bootswagen-bewaffnet für ein problemloses Umfahren der Schleuse ermöglichten.

Beim Einsetzen hätte es Carsten beinahe geschmissen, das linke Bein wollte einfach nicht ins Boot, aber mit letzter Kraft ging es dann auch noch die letzten 2 Kilometer zum KSC, wo die

(-: 3 Damen vom Grill :-)

 

hier is der Bär los!!

 

Karin, Ingrid und Uli auf uns warteten, den Grill vorgeheizt, das Bier gekühlt, was braucht man(n) mehr. Für Carsten war hier Endstation, auch Volker gab seine ursprünglichen Pläne auf, noch zum HKC, dem offiziellen Ende der Fahrt, weiterzukacheln. So wurden erstmal 3 geniale Würste geordert und auch die eine oder andere Gerstenkaltschale wurde auf 37°C erwärmt ;-) Unsere erste Befürchtung, daß hier tote Hose geherrscht hatte, wurde von Karin schnell widerlegt, alle 100 Würste waren an den Mann/die Frau gebracht worden, der letzte große Pulk war gerade vor uns abgerückt. Und auch die Nachzügler nach uns machten sich mit Wonne über die letzten Würste her, allgemeiner Tenor: Das macht ihr doch nächstes Jahr wieder?

Einhellige Meinung: Aber mit Sicherheit!

Ich setzte dann mit Yves noch mal ein, um zum HKC hochzudüsen, war aber auch nicht gerade unfroh, als mir kurz vorm schwarzen Bär Micha und Madig entgegenkam und mir berichteten, daß beim HKC nicht mehr allzuviel los sei, also wuchtete ich das Schlachtschiff um und mit maximum warp ging es zurück zum KSC.

Und die Moral von der Rund um Hannoverpremiere: Ach wenn sie schon nächste Woche wieder wäre :-)

Joachim