2005

(West)Berlin 2005

Der Geist war willig - doch die Technik schwach

Nein, ich spreche jetzt nicht von der Paddeltechnik, auch wenn die Kondition im letzten Gammeljahr doch sehr nachgelassen hat.

Ich hatte ja letztes Jahr den Osten von Berlin unsicher gemacht, da wollte ich dieses Jahr das Gesamtbild vervollständigen und schlug mein Lager folgerichtig in Spandau auf, genauer gesagt beim KC Albatros, der recht idyllisch zwischen einer Pferdewiese und einem Nebenarm der Havel gelegen ist. Genaue Lage bitte auf deren Homepage, ich bin nach einer (letzten Monat gerade noch mit viel Glück abgewendeten) 'Spende' an eine Abmahnanwaltskanzlei mit irgendwelchen Kartenausschnitten etwas vorsichtiger geworden ;-)

Ich machte also vom 24.9 - 2.10 den Westteil Berlins mit dem Boot unsicher, wobei es mir diesmal wirklich nicht nur ums Kilometerabreißen ging, sondern der gemütlich-erholsame Teil im Vordergrund stand. Und während einer kleinen Tour Richtung Wannsee schaltete sich meine bis dato zuverlässige Kamera nach 15 Bildern ab, trotz vermeintlich vollgeladenem Akkupack, auch der Ersatzpack hielt nur noch genausokurz. Tja, da hatte es wohl mein Ladegerät erwischt, und da ich keinen Bock auf irgendwelche Experimente in der Ferne hatte, nahm ich es als Gottesurteil hin und es ging auch ohne ;-)

Also hier die kleine Tour, eigentlich nur eine Testfahrt Richtung Wannsee:

Hier mein Stützpunkt, einer von 4 'Wassersportvereinen', die sich wie eine Perlenschnur aneinanderreihten, gut geschützt durch Stacheldraht. Die Aufnahme war, wie gewohnt, unkompliziert: Ankommen - Schlüsselübergabe - viel Spaß :-)

Hier mein Räuberlager auf einer Wiese, im Vergleich dazu

dasselbe 2004 bei der Kanu Vereinigung Köpenick im tiefen Osten

den Hafen, naja romantisch war es hier nicht gerade, wenn man es auch hier wieder

mit dem in Köpenick vergleicht, also für Langschläfer fällt die Wahl sicher nicht schwer, denn ab 7 Uhr war Schluß mit Nachtruhe in Spandau, signifikanter Industrielärm machte jeden Wecker überflüssig, auch die Straße im Hintergrund war recht vielbefahren.

Wobei man fairerweise hinzufügen muß, daß auch in Köpenick Ohrenstöpsel nicht ganz fehl am Platz waren, den dieser sonst perfekt idyllische gelegene Platz lag leider auch immer in der Einflugschneise des nahe gelegenen Flugplatzes Schönefeld...in Spandau war dies nur bei bestimmten Windverhältnissen (Ostwind?) der Fall, hier wars natürlich Tegel.

Aber ich bin ja kein Langschläfer und wer in Berlin seine Ruhe sucht, der macht irjendwat vakehrt, wa! ;-)

So, Käpt'n Jo ist bereit zum auslaufen

Hier im ramontischen Hafenarm - da vorne rechts kommt man nach 700m in die Havel, für alle Hannoveraner ist das mit dem Mittellandkanal durch Hannover vergleichbar, nur ist der Schiffsverkehr, vor allem an den Wochenenden, erheblich höher. Aber bei den Bäumen links kann man sich auf dem Weg in die 'südlichen Havelgewässer' daran vorbeimogeln

da geht's rein, und was das Schild am Haus angeht: Nicht verwirren lassen - ich war in Berlin ;-)

Auch hier wird jeder verfügbare Platz beidseitig genutzt - sogar die Sonne hält sich dran

da öffnet es sich schon zum Stössensee, in der Bildmitte ist die

gleichnamige Brücke zu sehen, die dann zum zweiten Teil des Sees führt, hier sieht man vor Booten das Ufer nicht :-)

und dann ist sie plötzlich da, die schier endlose Weite der Havel'schen Seenplatte, momentan noch bei Ententeichbedingungen, der Dudelfunk-Wetterbericht sprach ja von schwachem Wind aus Süd und vereinzelten Schauern..

immer schön 20 Meter Abstand halten

hier dann eine der typischen durchaus brauchbaren Sandstrände für den müden Paddler

Hier das letzte Bild des ersten Akkusatzes, Blick auf Schwanenwerder, dahinter ist der große Wannsee, diesen habe ich dann auf einer späteren, nicht dokumentierten Fahrt heimgesucht, auch Potsdam ist dann nicht mehr weit

hier bin ich schon auf dem Rückzug, in der Ferne erblickt man

zwei 'Kanusegler', sieht immer lustig aus, wenn eine solche hecklastige Fuhre von einer Windbö erfasst wird, und dann mehr oder weniger Kanurodeo gespielt wird...und der Wind hatte schon auf West gedreht und leicht aufgefrischt...aber jeder ist seines eigenen Glückes Schmied

Auch die Ruderer sind eifrig zugange

und natürlich die ganz schweren Jungs, diesen habe ich mal während einer schöpferischen Pause abgepasst.

Auf der anderen Seite eine der vielen DLRG-Stationen, diese ist zwas momentan 'besetzt', aber auf's reanimieren konnte ich dann doch verzichten, da ich an der Kompetenz dieser Damen doch etwas Zweifel hatte

hier der Anblick der inzwischen doch etwas unruhigen Havelsee, der Wind war doch etwas steifer geworden, und eine Schauerfront kündigte sich an, wie es wohl jetzt den beiden Kanadier-Hasardeuren ging?

hier wieder das Idyll auf dem Rückzug durchs Hinterland

tja, viele Wege führen nach Hamburg

und auch die Bernauer Straße ist eher eine schicksalsträchtige Straße im Ost-West-Bezirk

aaahh, zurück im kuscheligen Heimathafen

jetzt aber nix wie zurück

geschafft, kurz darauf ging ein einstündiger kräftiger Platzregen 'runter

[.......]

so, die folgende Woche ging ins Land, zwei durchgehende Regentage wurden zu Kulturtagen erklärt, wo ich auf Schusters Rappen die Stadt unsicher machte, zu Berlin muss man nicht viel sagen, love it or leave it, auf einen weiteren Besuch der neuen Mitte um den Potsdamer Platz z.B. werde ich sicher verzichten, da ich auf so einen Pseudo-Protz-Bombast-Overkill-Architekten-Orgasmus[tm] überhaupt nicht stehe ;-)

Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen, bin natürlich auch noch gepaddelt, also den Abstich in die Innenstadt werde ich mir in Zukunft auch genau überlegen, man sieht eijentlich nüscht außer Spund- und Betonwände und es ist aufgrund des starken Motorboot/Tourischaukelverkehrs eher eine sportliche Herausforderung.

Nördlich Richtung Tegeler See ist es wieder sehr schön, man hat vor allem mal die Chance, der Hauptschiffsverkehrsroute zu entkommen. Aber alles in allem ist für mich der Osten vielseitiger, es gibt mehr Möglichkeiten, sich mal auf kleinere abgelegene Seen und romantische kleine Bäche zurückzuziehen und wenn man es mal richtig krachen lassen will, kann man es auch, so ab Windstärke 4 ist da der große Müggelsee zu empfehlen ;-)

So ganz am Schluß gelang es mir mit viel Zureden doch noch, der Kamera ein paar Bilder abzuschwatzen:

Hier der Hüter des heiligen Grals, Dieter 'Zausel', der ein halbes Jahr im Wohnwagen auf dem Platz verbringt und dort nach dem rechten schaut, hier hat er meine 50€ grad kassiert (für 8 Übernachtungen, da kannste nicht meckern, oder? - ist halt der normale DKV-Kanustation-Tarif).

hier isser nochmal am Hafen, im Blickfeld auch sein gleichnamiges Boot, mit dem er auf große Fahrt geht.

An dieser Bank habe ich auch einige gemütliche Abende verbracht und habe im Angesicht der etwas windschiefen Tanks sogar erwogen, dem Wein abzuschwören, so von wegen Knick in der Optik;*)

Aber des Rätsels Lösung ist: Diese Tanks (es waren sogar mal 3) werden gerade abgerissen, und zwar in Raten, daher kam auch der erdbebenerzeugende infernalische Lärm, wenn mal wieder so ein 2-Tonnen-Fragment in die Tiefe stürzte. Wenn das vollendet ist, dann ist der Ausblick noch schöner und der Lärm noch geringer und man kann diesen Platz noch mehr empfehlen..für alle, die Berlin unsicher machen wollen.

(-: Zu denen werde ich auch sicher wieder gehören! :-)

Jo