C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"> KSC: Berlintour April 2010

Berlin2010: MoleculeMan - wir kommen! 

Nach der Erstquerung im Jahr 2002 mit Volker und diversen Egotrips im Westen und vor allem im Osten (paddeltechnisch meiner Meinung nach weitaus abwechslungsreicher) unserer Hauptstadt  ging es mitte April mit dem Neumitglied und berlina Urjestein Marcus wieder einmal als Duo in den wilden Osten Berlins.

Da wir nur ein verlängertes Wochenende Zeit hatten, also netto 2,5 Paddeltage,  war das Motto: Beschränken aufs Notwendige, wat nich jeht- jeht nich, wa! ;-)

Pflicht war natürlich die Fahrt nach Berlin Mitte, aus logistischen Gründen entschieden wir uns für eine Hin- und zurück Aktion. Vom Müggelsee zum Molecule Man sind's aber auch 24km - einfach - also tutti kompletti noch 3km mehr als die Querung (45km) damals.

Der Pragmatismus bewog uns auch, einen Vereinszweier zu nehmen, blauäugigerweise beließen wir es bei einer Sitzprobe im KSC, frei nach dem Motto: 'Wird scho passen' Die Jungfernfahrt sollte also in Berlin stattfinden. Nundenn, es hat nicht gepasst, was mich betrifft, dieser Kahn mit seinen Holzschalen(Altherren)sitzen täuschte mir auf den ersten 5-10km Superbequemlichkeit vor, was dann langsam aber sicher zum Folterstuhl wurde. Am ersten Tag half noch der Reiz des neuen , am zweiten das Adrenalin und der Wille zum Sieg ;-),  aber am dritten Tag gab es nur die Wahl zwischen superunbequem, verdammtunbequem und ganzbeschi**enunbequem. 

Aber icke hör jetze uff mit meckern, es war trotzdem een jeniales Wochenende. Und man lernt ja nie aus.

Let's go east!

Donnerstag, Hin- und kleine Löcknitzfahrt



hier befindet sich die Fuhre auf einem Parkplatz der A2 kurz hinter der Elbe.
Motto: Kippe, Klo, KurzePause


da wir den angebrochenen Tag noch nutzen wollten, sind wir nicht zu Omi (Schöneiche), sondern gleich zur Einsetztelle in die Müggelspree bei Rahnsdorf gefahren



hier beim Fischer machten wir den Kahn zum ersten Mal von unten nass, um die Oberseite kümmerte sich an diesem Tag noch Petrus. Geplant (und gepaddelt) wurde Müggelspree, Dämeritzsee/Erkner, dann übern Flakensee in die schnuckelige Löcknitz, diese hoch, solange der Bock reicht & retour



hier sieht man Marcus bei einem kleinen Break am Gosener Graben in die Karte vertieft



kurz hinter Erkner erstreckt sich rechtsufrig eine Industriebrache



aber hier sind wir schon in der Löcknitz, wo der Zahn des Bibers nagt

und richtiges Kleinflußfeeling aufkommt, ich lerne schnell, mindestens 2 Kurven im Voraus zu planen, denn der Frachter reagiert im Gammelmodus wie ein nasser Waschlappen



man hätte auch noch 20 Kurven weiterpaddeln können, aber diese idyllische Stelle befahl uns quasi eine Pause



und hier geht's auch schon wieder auf dem bewohnten Teil der Löcknitz zurück, so ähnlich siehts auch auf der Müggelspree aus, aber in einem 2er will jedes Foto wohl überlegt sein, denn es bringt die Fuhre jedesmal komplett aus dem Takt. Wir sind dann auch gerade noch rechtzeitig zum Abendessen bei Marcus' Omi in Schöneiche angekommen, wo wir Vollpension erster Klasse wohnten.

Hier nochmal die Route (hab die Karte von 2002 wieder genommen)
rechts vom Müggelsee 'rein, Gosener Graben, Richtung Rüdersdorf Schleuse, vorher in die Löcknitz (nicht mehr auf dem Bild) und zurück, ca 20km

Freitag, Müggelsee Molecule Man & retour

Heute geht's zur Sache, wieder rechts vom Müggelsee 'rein, denselben irgendwie hinter sich bringen ;-), zum Molecule Man gegen den Nordostwind keulen und zurück zum Müggelsee Nord (48km)



also erstmal wieder rein in die Paddelkluft



Einsetzen und dann mal eben schnell übern Müggelsee....

soweit zur Theorie, bei Windstärke 4-5 aus Nordost schon alleine kein Pappenstiel, für ein 2er Greenhorn Team, das erst ein paar km gemeinsam im Boot sitzt und nicht optiomal eingespielt ist, Kanuroulette....

Wir haben es versucht, aber nach kurzer Zeit haben wir die Fuhre irgendwie wieder in den sicheren Hafen gekämpft, Minuten, auf deren Wiederholung ich nicht allzuviel Wert lege (einmal bin ich von der Steueranlage abgerutscht, das Steuer war sowieso mehr aus als im Wasser, und habe den Fuss hinterm Pedal eingeklemmt, beim rausziehen hat der Kahn fast die halbe Rolle gemacht...)

Also zurück, Boot aufs Dach und auf die Nordseite des Müggelsee gedüst und beim Strandbad eingesetzt und dann langsam am Nordufer vorbeigemogelt. Auch hier war es zum Fotografieren zu unruhig und ich war einfach froh, als wir in die Spree Richtung Köpenick einbogen

 hier ging es dann auch gegen den Wind, aber wieder fotokompatibel

 irgendwo dahinten ist das legendäre Rathaus

 nach ein paar Kilometern nutzten wir dann einen Steg, der einigermassen paddelkompatibel war, zur Rast



Kippe hinter Gittern



So wie hier beim Köpenicker Kanusportclub sah es auf den nächsten Kilometern aus, hier endet auch der halbwegs romantische Abschnitt



die nächsten 5 Kilometer Ober'schönen'weide sieht man nur noch Spundwände, in dem Kran dahinten ist übrigens eine Luxus-Designerwohnung



viele Dickschiffe hatten wir übrigens nicht, diese hatten uns 2002 das Paddelleben ganz schön schwer gemacht, Mittellandkanal XXXL ;-)

 


Kurz vorm Treptower Park zog nach 5km Spundwandrallye dieser Steg unser Boot so stark an, wie ein Magnet einen Eisennagel

 

Vielen Dank unbekannterweise an die Treptower Rudergemeinschaft 

 ein letzter Endspurt-Blick auf die Karte

 hier ist die Zielgerade, 2002 war hier ein Biergarten, aber diesmal ist Eigenversorgung angesagt

Aaargh, schon vom Anblick dieses <zensiert> Sitzkissen bekomme ich einen mittelschweren Hexenschuss!! ;-) 

Gaanz dahinten überm 'K'  ist der Turm am Alex

und da naht auch schon mein persönliches Minimalziel für heute 

der Molecule Man 

 eine Skulptur aus drei 30 Meter hohen Lochmännchen, von den Berlinern auch 'Dreikäsehoch' genannt

da vorne hinterm Hochhaus geht es links in den Landwehrkanal Richtung Kreuzberg/Tiergarten und hier ist auch in etwa die Mitte einer Stadt-Durchquerung, wenn man die Spree geradeaus weiterpaddelt, ist nach 2 km Schluss für muskelbetriebene Fahrzeuge.
Nur einmal im Jahr findet (wie in Paris) so eine Viehabtrieb-Tour statt, wo ein Paddelpulk durchs Regierungsviertel geprügelt wird und man trockenen Fusses von Boot zu Boot über die Spree kanuwandern kann....nüscht für mich, wa! ;-) 

 Marcus hat es später so beschrieben: ich sei auf einmal 'hibbelig' geworden...aber wie man am Rauch des Kraftwerks in Rummelsburg und den Wassertropfen auf der Linse sieht, stehen wir direkt im Wind und es ist ziemlich kabbelig. Ausserdem heisst es jetzt: Nochmal die selbe Strecke zurück, also machen wir die Halse und auf diesem Bild ist sie schon vollzogen 

 Die Sonne und den Wind im Rücken geht es jetzt volle Kraft zurück, wor haben noch eine Rast auf einem Biergartenschiff gemacht, aber mehr als 'Tuborg im Plastebecher' muss ich wohl nicht sagen, um das gastronomische Niewo dieser Lokalität zu verdeutlichen

hier geht's schon wieder durch Köpenick Richtung grosser Müggelsee 

et voilà, die letzten 2 km gilt es jetzt noch zu müggeln 

 jetzt zeigt sich der launische Bursche von seiner aalglatten Seite

 aber das ist auch gut so, denn nach bis dahin 46km  ziehen sich die letzen 2km ganz schön in die Länge

 geschafft, nach fast 50km ist der rettende Sandstrand am Müggelseebad erreicht

 muss ich dazu noch etwas sagen?

Der Gärtner, den wir morgens gefragt hatten, ob wir abends wieder anlegen könnten, hatte dies mit einem 'keen Probleme, legter eenfach een/zweehundert Meter vorm Zaune an' beantwortet. Nur war da nüscht zum anlegen bzw. auch da war alles eingezäunt. Berlina Humor kann anstrengend sein...So hiess es am Ende noch: Boot, Gerät und Mannschaft über einen 180cm hohen Zaun zu wuchten, was zum einzigen nennenswerten materiellen Kollateralschaden dieser Fahrt (Riß in Marcus' Paddeljacke) führte.

In dieser Nacht schliefen wir seeehr früh und gut!

Samstag, mittelkleines Dreieck ganz im Südosten

geplant: Müggelsee, Gosener Graben, Havel-Spree-Kanal und dann übers Dreieck ganz unten wieder zurück
gepaddelt: bis kurz hinterm Havel-Spree-Kanal und wieder zurück

Schon beim Einsteigen merkte ich: heute ist irgendwie nicht mein Tag, nach 2 Kilometern war schon das linke Bein eingeschlafen und auch der Rücken schmerzte an Stellen, wo er dies noch nie tat. Aber wo ein Wille ist, da ist auch (erstmal) ein Weg....

 hier geht's übern Dämeritzsee Richtung Gosener Graben, die Verbindung zwischen Dämeritz- und Seddinsee

 3km Idylle pur, für mich das schönste Stück Paddelnatur in Berlin

findet ihr nicht auch? 

ein Hexenhäuschen kurz vor Schluß 

 hier sind wir schon in den Oder-Spree-Kanal in ruhigeres Fahrwasser abgebogen, der Ritt auf dem Seddinsee war wieder nicht Kamera-Kompatibel ;-)

Das bemerkenswerteste an diesen 2km Kanal ist die Armada von Anglern auf der (hier) rechten Seite des Ufers

Wir sind dann noch vor der Schleuse in den See rechts abgebogen, aber hier hiess es dann: 'rien ne va plus'.
Ich hatte inzwischen alle Sitzkombinationen durch und keine war auch nur annäherungsweise bequem, so traten wir nach einer ausgiebigen Pause den Rückzug an



hier am Anfang des Kanals sind es nur ein Angler alle 20 Meter

rechts ist gar keiner (bis auf einen einsamen Revoluzzer) 

 aber auf der anderen Seite sitzen sie wie die Hühner auf der Stange und sperren mit ihren monströsen Angelruten 10-12Meter? die linke Kanalhälfte ab.
Angeln, ein Sport für Individualisten?

Erst auf dem Seddinsee hatte uns die Einsamkeit (und die Wellen) wieder, deswegen keine Dokumentation des Wegs zur LKV-Insel

wir haben uns da neben ein Boot gequetscht, was sich als Vehikel der Inselwartin herausstellte und nachdem wir ihre Befürchtung, daß wir auf der Insel übernachten wollten, negiert hatten, wünschte sie uns einen schönen Kurzaufenthalt.  

 den wir auch redlich ausnutzten 

ich habe schon immer vermutet, daß Marcus ein Süßholzraspler ist 

hier der offizielle Hafen, in den Sommermonaten ist hier ein Campingplatz des LKV 

 die Insel ist schnell umrundet

ein originaler Ostalgie Spielplatz 

 diese Tischtennis-Autobahnplatte ist stilistisch fraglich aber unverwüstlich

 gleich haben wir es geschafft

verwaiste Stege 

es war überhaupt extrem wenig los für einen sonnigen Samstag

auch hier liegt wieder Bibers Schnellimbiss 

Marcus Chainsaw Massacre 

auch dieser Baum macht es sicher nicht mehr lange 

 da sind wir auch wieder auf dem Gosener Graben

 durch diese lange Gasse müssen sie paddeln
 

 Uff, der feste Boden ist erreicht, ein Moment orgiastischer Erleichterung, nie wieder Doppeldecker! ;-)

Das dahinten ist übrigens die offizielle Fähre



und die lila Pause ist auch nicht weit



Von da war es nur noch ein kleiner Sprung zum Fischer, wo wir es uns so richtig gutgehen liessen

leggerleggerlegger...

am Abend rückte noch Verwandschaft von Marcus an und wir verbrachten einen netten berliner Grillabend

und am Sonntag ging es dann gemütlich wieder zurück zum KSC

Also ich freue mich auf eine Wiederholung (und Vollendung) dieser Tour im Herbst, aaber am allermeisten freue ich mich auf altbewährte Hardware (eigenes Boot)! 

bis denne!

Jo