Kleine-Helden-Herzstück-Vorfahrt

warum in die Ferne schweifen, wenn das Abenteuer liegt so nah?

vom Mittwoch, den 25.9 bis zum 28.9 findet ja die erste kleine? Leineheldenfahrt statt:

Wir werden mit Sack und Pack nach Salzderhelden gebracht und paddeln dann in 4 Tagesetappen entspannt die knapp 100 km zum KSC zurück, Übernachtung beim Bootssportclub Freden, Boots-Club Gronau & Schliekum bei Sarstedt.

eine Fahrt, die es irgendwie noch nicht so richtig ins KSC-Realitätsfeld geschafft hat, immerhin könnten wir schon eine Partie Skat dreschen ;-)
Ist auch keine Fahrt für 5-Sterne-Rundumsorglos-Paddler, denn die Infrastruktur ist nicht auf Gepäckfahrten ausgelegt, es gilt also, vollbeladene Boote über mehrere Wehre zu knechten, die nicht mit gepolsterten Stegen ausgerüstet sind. Und die letzte Übernachtungsstelle ist auch noch nicht in trockenen Tüchern, Kristine und ich, die diese kleine Vorfahrt gepaddelt sind, haben von Land aus wenig vielversprechendes ausmachen können, ich werde nächstes WE noch mal von Schulenburg zum KSC paddeln und vom Wasser schauen, dann ist ja auch wieder ein bisschen Wasser mehr drauf...

Egal, in der Improvisation liegt die Kraft, hier auf der Karte sieht man die Gesamtstrecke (schwarze Pfeile) und das auch meiner Meinung nach schönste Filetstück von Alfeld nach Elze (24km) mit den meisten Wehre in rot:



Die Rahmenbedingungen waren fast optimal, blauer Himmel 25°C (kann gerne ein bisschen weniger sein ;-) und Niedrigwasser (80cm in Koldingen, kann ruhig ein wenig mehr sein, normal sind 150 cm)



Einsetzen in Alfeld direkt nach dem Wehr, perfekte Einsetzstelle direkt beim Bahnhof an einem riesigen kostenlosen Parkplatz



von hier aus sind es 68km und 7 Umtragestellen zum KSC, eine (Tor)tour, die ich schon ein paarmal als Tagesfahrt gemacht habe, auch mit leerem Boot weiss man danach, was man getan hat...

dann kommen 2 km bei recht flotter Strömung



und man muss bei einem wirklich unfahrbaren Sohlabsturz rechts raus

über eine steile Eisentreppe wird das mit beladenen Booten die erste Kraftprobe

dann 300m kanuwandern, mir etwas mehr Wasser könnte man auch den Umflutkanal rechts paddeln, aber das muss man individuell entscheiden



geschafft, aber für ne Pause war es noch ein bisschen zu früh



kleines Kartenstudium, war mangels wasserdichter Hülle nur in den Pausen möglich, aber auf mein internes Navi ist ja auf dieser Strecke Verlass



dann kam ein schönes hügeliges

und waldiges Stück, immerhin fast 6km



dann hiess es beim Wehr in Brüggen wieder



aussteigen

und Flüssigkeitsdefizite ausgleichen

das Umtragen ist hier ein Klacks

hmm, bei Mittelwasser wohl tendentiell fahrbar, aber mit beladenen Booten?!

auf der kurzen Strecke zum Wehr in Banteln erste Spuren der Zivilisation



alle und gefühlt noch ein paar mehr Feuerwehren entlang der Leine

ja eigentlich alles, was auf ein Schlauchboot passte, war heute auf einem ausgiebigen Löscheinsatz unterwegs

das Wehr in Banteln waren auch nur feuchte Steine

immerhin war eine Ausstiegshilfe vorhanden



als sich dann alle Schlauchboote dort stapelten

beschlossen wir spontan die Weiterfahrt

nach Gronau sind‘s dann auch nur ein paar km

und noch ein paar Schlauchis mehr



da ist das Wehr in Gronau, aber wir paddelten weiter nach Gronau

hier ist nach einem guten Kilometer Ende Gelände

aber dann war es mal Zeit für eine ausgiebige Pause

beim Boots-Club Gronau, wo wir auch am zweiten Tag nächtigen wollen

Nachtisch war auch ufernah

dieser Anblick bleibt uns wohl Ende September erspart



auch am Wehr in Gronau bestand mehr Ausrutsch- als Kentergefahr



also wenn da ein bisschen mehr Wasser drauf ist, sieht die Sache schon anders aus



nach einer langweiligen Gerade hinter Gronau

kommt ein heftiger Schwall hinter einer Kurve, der zwar immer fahrbar ist, aber da ich dort schon bis Unterkante Stirn getaucht bin habe ich meine nicht wasserdichte Kamera gut eingepackt. Ist bei Niedrigwasser nicht nötig, weiss ich jetzt ;-)

Danach kommt der schönste Abschnitt dieser Fahrt bis Elze im Naturschutzgebiet unterm Rammelsberg

Absolutes Uferbetretungsverbot, deswegen lasse ich die nächsten Bilder lieber unkommentiert :-(



da ist er, der Rammelsberg, ein ‘magic spot‘ kurz vor Elze

noch ein paar lauschige Kurven

dann biegt die Leine bei Elze rechts ab

da bei der Bahnstrecke, und da sollten und werden wir Ende September auch weiterpaddeln, nach ein paar km kommt dann eine wunderbare Pausenstelle unterhalb der Marienburg
Aber von dort kommt man mit Öffis nicht weg und da wir zurück nach Alfeld wollten und sich der Bahnhof in Elze geradezu aufdrängte, entschlossen wir uns für die wilde Variante und bogen links in die Dirk‘sche Saale ab, von dort sind es ja ‘nur‘ 2 km nach Elze und die Fahrt habe ich von dort ja 2002 schon mal in die andere Richtung gemacht.

das Idyll ist trügerisch

wir bekamen schnell nasse Füsse

und dann war kanuwandern und treideln angesagt, die Stellen, an denen wir uns und die Boote durch das Dickicht zerren mussten, habe ich nicht dokumentiert.

nach 2 km Knechterei war dann die Fitzcarraldjo-Tor(tour) beendet und wir sackten erst erschöpft ins lauschige Grasbett am Bach

und dann am Bahnhof in Elze

der Rest war Routine, wir haben dann noch auf der Rückfahrt alle theoretischen Biwackplätze untersucht, wobei die Praxis selten bis gar nie übereinstimmte.
Aber wir waren ja auch im grössere Gruppen Suchmodus, wenn die Größe so übersichtlich bleibt, werden wir uns sicher irgendwo ins Gebüsch schlagen können.

also bis Ende September vielleicht?

JO